Die Anatomie eines Thrillers: Was macht einen spannenden Pageturner aus?

27. März 2025 – Die erste Seite aufschlagen, abtauchen aus dem Alltag in eine düstere, geheimnisvolle Welt voller Gefahren, Geheimnisse. Das Buch erst wieder aus der Hand legen, wenn sich alle Rätsel gelöst haben … Wenn eine Geschichte so packend, mitreißend und fesselnd ist, spricht man von einem Erste-Klasse-Thriller. Dann ist Gänsehaut vorprogrammiert. Solche Pageturner sind harte Arbeit, weil die Autoren nicht nur Seite für Seite Hochspannung pur garantieren, sondern zudem atemberaubende Abwechslung und dem Leser eine Möglichkeit bieten, sich mit extremen Situationen auseinanderzusetzen, ohne dabei selbst in Gefahr zu sein. Doch nicht jede Story erfüllt all diese Kriterien. Da stellt sich die berechtigte Frage: Was macht eigentlich einen guten Thriller aus?

Unheilvolles kündigt sich an

Meist entscheidet bereits der Anfang, um den Leser an sich zu binden. Oft genügen bereits die ersten vier, fünf Absätze. Wenn sich der Autor dagegen zu Beginn mit langatmigen Beschreibungen aufhält, riskiert er, zu langweilen und Interessierte zu vergraulen. Am besten ist es, direkt und ohne Umschweife zu catchen mit einem Überraschungseffekt, einem rasanten Plot, der mit einem spektakulären Ereignis zündet – zum Beispiel einem Mord, einer Entführung oder einer bedrohlichen, nebulösen Situation. Manchmal genügen schon subtile Andeutungen, die auf etwas Unheilvolles hinweisen. Leser kommen in den Lektüresog, der dafür sorgt, unbedingt weiterlesen zu müssen. Eine solche Dramatik muss allerdings nicht nur einmalig aufgebaut, sondern kontinuierlich gehalten werden. Längen zerstören jeden Spannungsbogen, jedes Flair.

Pulsierende Organe einer adrenalingeladenen Handlung

Die Handlung ist das Herzstück eines jeden Thrillers, die Charaktere sind die pulsierenden Organe. Hinter ihrer augenscheinlich normalen Fassade stecken jede Menge Raffinesse und Abgründe, die es zu erforschen gilt. Statt farblose Schablonen zu sein, offenbaren sie sich im Laufe des Geschehens stetig komplexer, undurchsichtiger und nicht selten mysteriös. Das gilt für Protagonisten wie Antagonisten gleichermaßen.

Bestseller in diesem Genre leben davon, die finstere Seite des menschlichen Denkens und Fühlens offenzulegen, zu zeigen, wie scheinbar gewöhnliche Mitbürger zu Serienkillern und Psychopathen mutieren. In diesem Zusammenhang kommen für gewöhnlich überraschende Wendungen ins Spiel. Twists und unerwartete Enthüllungen sind das Salz in der Suppe eines jeden Thrillers. Sie entsetzen, überrumpeln und führen auf falsche Fährten. Die besten sind solche, die sowohl schockierend als auch logisch sind, die der Leser nicht kommen sehen kann, die aber rückblickend absolut Sinn ergeben.

Zu guter Letzt muss das Setting stimmen. Regnerische Stadt, abgelegenes Landhaus oder unheimlicher Wald – die Umgebung trägt erheblich zur Spannung bei. Selbst ein spießiges Reihenhaus kann zu einem Ort des Schreckens umfunktioniert werden, indem darin etwa eine unerklärliche, gespenstische Stimmung vorherrscht oder wenn seine Bewohner unheimliche Geräusche – Schritte, ein Knarren, Flüstern oder Klopfen – wahrnehmen, die nicht zu erklären sind.

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