20. März 2025 – Seine Lyrik ist nicht jedermanns Sache. Sie wirkt auf viele schwer zugänglich, ja fremd. Friedrich Hölderlins Dichtung gibt so manches Rätsel auf, genauso wie die Vita des eigenwilligen Künstlers. Die Biografie „Hölderlin“ von Peter Härtling, dtv, bringt nun erstmals etwas Licht ins dunkle Dickicht dieser komplexen Persönlichkeit.
Ein Leben voller Tiefpunkte
Heute vor 255 Jahren wurde Hölderlin in Lauffen am Neckar geboren. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und wollte ursprünglich Pfarrer werden. Doch nach seinem Theologiestudium entschied er sich für die Literatur. Seinen Lebensunterhalt musste er sich allerdings als Hauslehrer verdienen.
Die Jahre 1807 verbrachte er bis zu seinem Tod 1843 in einem Turm in Tübingen – in geistiger Umnachtung, wie es hieß. Dorthin hatte man ihn faktisch abgeschoben, nachdem er aus einer psychiatrischen Klinik als nicht therapierbar, also als nicht mehr zu retten entlassen worden war.
Hölderlins Tragödie zeichnet Härtling auf 528 Seiten akribisch nach. Auf berührend anschauliche Weise zeigt er auf, wie der talentierte, ambitionierte Dichter degenierte, wie er trotz aller Tiefpunkte kämpfte und dass er selbst in der größten Verzweiflung einfach nicht aufgeben konnte oder wollte.