13. März 2025 – Noch
unbekannte Autoren können Agenturen und Verlagen ihr Manuskript erst dann anbieten, wenn das Manuskript komplett fertiggestellt ist. Bei ihren schon prominenten Kollegen reicht meist schon eine kurze Zusammenfassung des geplanten Inhalts.
„Es ist jedoch ratsam, dennoch nicht direkt das vollständige Manuskript zu übersenden, sondern stattdessen neben dem Anschreiben ein Exposé und eine Leseprobe“, erklärt Dr. Maria Zaffarana in ihrem modernen Schreibratgeber „Poesie der Worte“, edition cgl. Um sein Manuskript für Verlage interessant zu machen oder sie als Selfpublisher zu bewerben, kommen Autoren an einem professionellen Exposé, natürlich inklusive zielführendem Anschreiben, nicht vorbei. Ein erfolgversprechendes Exposé ist im Prinzip nichts anderes als eine erweiterte Inhaltsangabe, ansprechend und unterhaltsam zugleich geschrieben. Zu detaillierte Einzelheiten und Dialoge sind dabei fehl am Platz. Vielmehr werden die Hauptfiguren (bei Belletristik) beziehungsweise die wichtigsten Thesen (bei Sachbüchern) skizziert. Verlage entscheiden aufgrund des Exposés, ob ein Buch überhaupt für sie infrage kommt und ob sie sich die Leseprobe ansehen wollen. Es ist somit eine Art Eintrittskarte ins Verlagshaus – noch nicht jedoch in den Verlag selbst; dafür muss im zweiten Schritt das Gesamtmanuskript überzeugen.
Wichtige Regeln, die unbedingt beachtet werden sollten
Grundsätzlich genannt werden sollten selbstredend Name und Kontaktdaten (am besten in der Kopf- oder Fußzeile einer jeden Seite!), außerdem das genaue Genre, der (geplante) Umfang und die mögliche Zielgruppe, bei Sachbüchern zudem ein vorläufiges Inhaltsverzeichnis. Insgesamt sollte je nach Verlagsvorgabe ein Umfang von drei, höchstens fünf Seiten nicht überschritten werden.
Überzeugt das Exposé, möchten Verlagslektoren und Literaturagenten im nächsten Schritt den Schreibstil kennenlernen. Dazu dient die Leseprobe, die nicht zwingend aus den ersten Seiten eines Manuskripts bestehen muss, sondern durchaus auch aus einem typischen, prägnanten Teil irgendwo aus der Mitte. Die Länge der Leseprobe geben die Verlage vor. Meist liegt sie zwischen 30 und 50 Normseiten. Eine Formatierung als Normseite ist keine Pflicht, wird aber gern gesehen. Sie hat 30 Zeilen pro Seite, plus/minus 60 Zeichen inklusive Leerzeichen pro Zeile, geschrieben in einer sogenannten nichtproportionalen Schrift wie Courier New, die an das Schriftbild der guten alten Schreibmaschine erinnert.
Manchmal wird darüber hinaus eine Kurzvita verlangt. Damit ist mitnichten ein kompletter Lebenslauf gemeint, sondern ein maximal 500 Zeichen umfassender Fließtext, geschrieben in der dritten Person. Neben Ausbildung und Beruf können hier Informationen einfließen, die für das Buchprojekt vielleicht wichtig sind, etwa die Mitgliedschaft in einer Literaturgruppe, gewonnene Literaturwettbewerbe, bereits erfolgte Veröffentlichungen und gegebenenfalls außergewöhnliche Hobbys, insbesondere bei Neueinsteigern, um auf diese Weise interessant zu werden für den Verlag. Überdies möchten Verlage meist wissen, wie sich Autoren die Vermarktung ihres Buches vorstellen.
Ob das alles auf Papier mit der Post oder elektronisch per E-Mail eingeschickt wird, entscheiden ebenfalls die Verlage und Agenturen. Die meisten wollen inzwischen E-Mails mit einem PDF-Anhang. Ihre jeweilige Vorliebe kommunizieren sie natürlich in der Regel ebenfalls auf ihrer Website.
Und dann gibt es noch sechs Tipps, die vom gewöhnlichen Weg abweichen und für die ganz Mutigen gedacht sind. Mehr dazu morgen in unserem nächsten Beitrag „Mut zu Extravaganz bei der Einreichung von Manuskripten – 6 Tipps für ganz Mutige“.