Mein wahrer Name ist Elisabeth

„Mein wahrer Name ist Elisabeth“ von Adèle Yon, Berlin Verlag: „Wenn du diese Worte liest, werde ich mich vom Balkon der Wohnung im 7. Stock, die ich gemietet habe, in die Tiefe gestürzt und meine Tage beendet haben.“ So aufwühlend beginnt dieser Roman. Und damit ist der Ton gesetzt: schonungslos, beklemmend und zugleich von großer erzählerischer Sogkraft. Nach dem ersten Satz ist man also schon mittendrin im Geschehen und beschäftigt sich fortan mit der Frage nach dem Warum. Die Antwort ergibt sich allerdings nicht als einfache Erklärung. Sie ist komplexer Natur, entlarvt sich als vielschichtiges Geflecht aus Erinnerung, Schweigen und Verdrängung.

Fazit: Eine drastische Geschichte, die lange Überhörtes sichtbar macht und dabei den Blick für das Ungesehene öffnet!

Klappentext:

Da ist dieses kleine Bild, ein Passfoto in einem Karton mit Familienpapieren. Sonst war Élisabeth nur eine Peinlichkeit, ein schmerzliches Gerücht, das hinter vorgehaltener Hand weitergegeben wurde. Weggesperrt, lobotomiert, gestorben. Erst ihre Urenkelin beschließt, Nachforschungen zu dieser Frau ohne Geschichte anzustellen, auch weil sie befürchtet, selbst „verrückt zu werden“. Sie trägt Briefe, Diagnosen, Interviews und jede Menge Schweigen zusammen. Und bringt so den verheerten Körper einer Frau und die kollektiv betäubte Erinnerung und die verletzten Seelen von Generationen ans Licht.

Über die Autorin:

Die französische Filmwissenschaftlerin Dr. Adèle Yon, Jahrgang 1994, ist Absolventin der „École Normale Supérieure“. Außerdem arbeitet sie in Paris und im Département Sarthe als Küchenchefin.

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