Der Vorsager. Die Geschichte eines Fehlers

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„Der Vorsager. Die Geschichte eines Fehlers“ von Andreas Willer: Das Leben folgt keinem Gesetz. Es ist weder vorplanbar noch berechenbar. Doch was passiert, wenn man – entgegen der eigenen Überzeugungen – das Schicksal doch herausfordert, sich in die falsche Richtung lenken lässt und dabei zu jemandem wird, den man selbst nicht mehr erkennt? Von dieser fatalen Entgleisung erzählt dieser Roman auf eindrückliche Weise. Er zeigt, was geschieht, wenn der Glanz des Erfolgs die Individualität niederringt, sie regelrecht erstickt – und das unaufhaltsam bis zur Selbstaufgabe.

Prachtvoll von außen, leer von innen

Andreas Willer porträtiert das unausweichliche Verschwinden eines Mannes, der wenig will und sich doch zu viel abverlangt. Wo sich der Protagonist nach seiner Irrfahrt wiederfindet? In einem Konstrukt, das sich aus vermeintlichen Triumphen und trügerischem Glück zusammensetzt – prachtvoll von außen, leer unter der Oberfläche. Erst als er beginnt zu reflektieren, was aus ihm geworden ist, kommt das bittere Erwachen und die Einsicht, dass die äußeren Umständen um ihn herum nur inhaltsleere Kulissen sind. „Und der innere Johannes? Da war ein großes Fragezeichen bei mir. Nicht nur für mich selbst, auch für meine Mitmenschen. Ich konnte mich nur langsam vortasten. Es war eine Chance, mich auf eine längere Reise nach innen zu begeben“, bringt es der „Geläuterte“ auf den Punkt, während er seine Vergangenheit als „Inszenierung“ erkennt, die allein das Ziel verfolgte, seinen künstlich erzeugten Stolz und seine Arroganz zu befriedigen.

Narrativ zur Schau gestellt wird diese Entwicklung, die Leserinnen und Leser hautnah mitverfolgen können, als eine Art von exemplarischer Warnung. Sie zeigt auf, wie schnell ein jeder seine eigenen Grenzen aus den Augen verlieren kann.

Klappentext:

Er wollte klein bleiben, doch der Erfolg machte ihn groß und kalt. Johannes ist ein normaler Junge mit ehrgeizigen Eltern. Diese haben Großes mit Johannes vor. Er indes hat nichts Großes mit sich vor. Johannes will ein einfaches Leben mit Arbeit, aber ohne Anstrengung. Um des Familienfriedens Willen strengt er sich an, merkt aber immer öfter: er schafft nicht, was die Eltern für ihn wollen. Und was er will, wollen die Eltern nicht für ihn. Dann kommt ihm wie aus dem Nichts etwas zu Hilfe. Johannes betrügt sich an die Spitze, ohne zu betrügen. Nach einem 1a-Abitur und einem Erststudium in Rekordzeit mit Spitzennoten bekommt er einen Spitzenjob. Aus dem netten authentischen Jungen von nebenan wird ein charakterlich unangenehmer Zeitgenosse. Stolz und Arroganz sind fortan seine Wegbegleiter. Aber das Karrierekonstrukt des Johannes steht auf wackeligem Fundament.

Über den Autor:

Andreas Willer, Jahrgang 1968, wuchs in Braunschweig auf. Nach dem Abitur im Juni 1988 leistete er bis Januar 1990 seinen Zivildienst in einem Pflegeheim und einer Kirchengemeinde ab. Von Oktober 1990 bis September 1995 absolvierte er ein Studium der Sozialpädagogik/Sozialarbeit an der Fachhochschule Braunschweig. Anschließend war er durchgängig bis heute als Suchtberater und Suchttherapeut in Suchtberatungsstellen tätig. Während seiner Berufstätigkeit hat er zwei unterschiedliche Ausbildungen in Suchttherapie gemacht sowie ein Hochschulstudium in Suchttherapie und Suchthilfe mit dem Abschluss Master of Science (M. Sc.) absolviert.

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