Monatelang, manchmal sogar über Jahre, schreiben Autorinnen und Autoren an ihrem Manuskript und legen ihr ganzes Herzblut hinein. Doch wenn sie dann endlich fertig sind, fängt der Stress erst richtig an: mit der Suche nach einem Verlag nämlich. Denn sie kann noch viel komplizierter sein als der gesamte Schreibprozess. In der Welt der Literatur, in der täglich neue Bücher auf den Markt kommen, ist es gelinde gesagt ziemlich schwer, den perfekten Partner zu finden. Dabei ist der mitentscheidend für den Erfolg. Für (angehende) Schriftsteller wird die Suche somit nicht selten zu einer wahren Zerreißprobe.
Welche Möglichkeiten gibt es also, doch noch an den Richtigen zu geraten?
Qualität, Originalität und Potenzial
Verlage erhalten täglich eine Vielzahl an Manuskripten. Deshalb haben sie hohe Ansprüche an Qualität, Originalität und Potenzial eines Werkes. Nur wenige Texte finden somit tatsächlich den Weg in die Buchhandlungen.
Hinzu kommt, dass die Verlagslandschaft schier unüberschaubar ist. Alle haben sie ihre eigenen Schwerpunkte und Präferenzen hinsichtlich Genre und Zielgruppe. Das klingt trivial, ist es aber nicht! Sicher, die Bekanntheit eines Verlags spielt durchaus eine Rolle. Größere verfügen über viel mehr Ressourcen und das bessere Netzwerk. Kleine unabhängige Verlage hingegen können spezialisiertere Kenntnisse und persönlichere Betreuung bieten.
Grundsätzlich gilt: Ein gutes Lektorat, professionelles Coverdesign und professionelle Marketingmaßnahmen sind unerlässlich für den späteren Erfolg. Deshalb:
- Intensive Recherche: Vor Einreichung des Manuskripts gilt es, die Verlagslandschaft eingehend zu studieren, um die jeweiligen Schwerpunkte, vorherige ähnliche Veröffentlichungen und etwaige Erfolgsgeschichten zu erfahren.
- Passenden Stil und Genre beachten: Niemals willkürlich ein Manuskript an alle verschicken, sondern ausschließlich an diejenigen, die das eigene Genre bedienen! Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer positiven Reaktion erheblich.
- Manuskript sorgfältig anpassen: Alle Vorgaben des Verlags müssen penibel genau eingehalten werden. Beispiel: Probekapitel und Exposé immer an die verlangte Länge anpassen!
- Verlagsreputation unter die Lupe nehmen: Vorsicht vor schwarzen Schafen! Prüfen Sie stets die Reputation eines Verlags anhand von Veröffentlichungen, Autorenbewertungen und Erfahrungsberichten. Insbesondere in Literaturforen wird oft leidenschaftlich diskutiert. Manchmal ist es sogar hilfreich, kurzerhand Autorinnen und Autoren ähnlicher Werke nach ihren Erfahrungen mit „ihrem“ Verlag zu fragen.
Wer lieber unkonventionellere Wege gehen möchte, kann sich von den folgenden Tipps inspirieren lassen:
- Buchmessen: Statt nur auf große Messen zu setzen, nach kleineren, lokalen Veranstaltungen schauen! Hier können weniger bekannte, aber sehr talentierte Verlage entdeckt werden.
- Social Media: Gezielt Verlage auf Social-Media-Plattformen verfolgen! Dort gibt es als Erstes Hinweise auf Ausschreibungen.
- Podcasts und Interviews: Verlagschefs plaudern häufig gern aus dem Nähkästchen, zum Beispiel über ihre ganz subjektiven Ansprüche und Erwartungen.
Tipp: Finden Sie noch weitere Anregungen zum Schreiben und zur Buchvermarktung in unserer Rubrik Schreibtipps.




