„Trost“ von Angelika Klüssendorf, Piper Verlag: Nicht alle bekommen ihn: Zuspruch. Überall suchen wir ihn: Schutz. Jeder braucht ihn: Trost. In der Liebe ist es so, gerade da, insbesondere wenn sie sich falsch anfühlt oder man sich selbst falsch wahrnimmt. Doch wie genau eigentlich definiert sich dieses so simpel klingende Wort, das sich jeder trivialen Erklärung entzieht? Vielleicht so: Trost ist mehr als eine Aufmunterung, mehr als das Versprechen, dass alles wieder gut wird. Trost nimmt Schmerz nicht weg. Er erklärt ihn nicht. Er löst ihn nicht auf. Er bleibt. Er hält aus. Er gesellt sich zum Leid, statt es zu verdrängen.
Genau das ist die Stärke dieses Romans: Klüssendorfs Text setzt Trost nicht mit Vertrösten und Hoffnung nicht mit Naivität gleich. Vielmehr blickt die Autorin den Zumutungen des Lebens ohne Pathos ins Gesicht und sucht gerade in den Brüchen nach dem, was Menschen trägt.
Klappentext:
Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich aus der Welt. Für die siebzehnjährige Jane bekommt das Leben erste Risse. Zu Rita, ihrer Stiefmutter, hat sie eine tiefe Bindung. Und wie soll sie mit einem Krieg umgehen, dessen Gewalt sie nicht begreifen kann? Wird ihre Freundschaft mit Lea dieses abgründige Jahr überdauern? Joachim, ein Analphabet in der Seelenliebe, begegnet dagegen mit Ende sechzig einer unverhofften Liebe, die er nicht hinterfragen muss.



