Seit ich einen Schwan gekauft habe

„Seit ich einen Schwan gekauft habe“ von Tanja Stupar Trifunović, eta Verlag: Zart, roh, kompromisslos gestaltet sich diese Liebe im Schatten der Konvention. Sie bewegt sich langsam, stetig, leidenschaftlich und reift zu einer stillen Explosion heran.

Zwei Frauen trennen Jahrzehnte: Die Jüngere ist neugierig, verletzlich, die Ältere erfahren, kontrolliert. Ihre Verbindung lebt gerade von diesen Widersprüchen. Sie spiegeln Nähe, Abwehr, Bedürfnis, Distanz wider.

Die Autorin schreibt präzise, nicht sparsam, unnachgiebig. In ihrer Geschichte treten Tabus nicht als Provokation auf, sondern als Wegweiser. Bosnien bietet den passenden Hintergrund für diese zerrissene Begegnung zweier Seelen, deren Verbindung stets auf der Kippe steht.

Fazit: Ein Roman wie ein Blick in klares Wasser – nichts (und andererseits vieles) bleibt verborgen, alles glitzert poetisch unter der Oberfläche.