Seeungeheuer: Faszination im Bann der Tiefe

Monster lauern unter der dunklen Oberfläche. Seeungeheuer sorgen für Angst und Schrecken – und faszinieren dennoch oder … gerade deswegen! Seit Jahrhunderten beflügeln Wasserwesen die Fantasie ungezählter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Denn die rätselhaften Kreaturen gelten als Sinnbild für das Unbekannte, als Spiegel innerer Unbehaglichkeiten und als unberechenbare, unvorhersehbare Naturgewalten. Aus der Literatur sind sie aufgrund ihrer Vielschichtigkeit nicht mehr wegzudenken. Sie prägen Mythen, Sagen und moderne Märchen. Nicht zwingend treten sie hier stets als blutrünstige Ungetüme auf den Plan. Häufig sind sie schlichtweg tragische Figuren, die zwischen den Welten leben und überaus menschlich agieren: Sie können denken, fühlen und lieben.

Die Ambivalenz des Monsters

Der neue Mythic-Fantasy-Roman „Water Witch“ von Molly O’Neill, Piper Verlag, greift genau diese fantastische Ambivalenz auf. Der Text verwebt alte Überlieferungen mit neuen Elementen. Das Wasser kristallisiert sich dabei als Schauplatz einer poetischen, magisch aufgeladenen Reise heraus, auf der sich die Haupt- und Nebenfiguren begegnen und ihre eigene bezaubernde Geschichte erzählen – eine, die ebenfalls voller Geheimnisse und Mysterien steckt. Gleichzeitig wird das finstere Nass zu weitaus mehr als bloßer Kulisse: Es symbolisiert Lebensraum und Bedrohung, wird zum pulsierenden Herzen der Geschichte, das nie zur Ruhe kommt.

Klappentext:

Erzählt von Jenny Greenteeth – der Flusshexe aus der englischen Folklore

Unter der Wasseroberfläche des Sees lauert ein Monster: Jenny Greenteeth ist immer hungrig und bereit zum Angriff. Bis eines Tages ein wütender Mob eine Hexe in ihren See wirft. Irgendetwas an Temperance lässt Jenny innehalten und sie retten. Doch die Hexe kann nicht zurück zu ihrer Familie, die zusammen mit den restlichen Dorfbewohnern unter dem Einfluss des neuen böswilligen Pastors steht. Obwohl die beiden nichts gemeinsam haben, müssen sie ihre Kräfte auf einer magischen Quest vereinen, um das Böse zu besiegen, das Jennys See und Temperances Familie bedroht.

Über die Autorin:

Molly O’Neill wurde in den englischen Cotswolds geboren und lebt heute in Sydney. Beim Schreiben, sagt sie, lässt sie sich nicht nur von der wunderschönen Landschaft ihrer beider Länder inspirieren, sondern auch von der britischen Folklore. Vor allem die düsteren Sagen um König Arthur und die walisischen Mythen des Mabinogion haben es ihr angetan.