Schloss Nornepygge

„Schloss Nornepygge“ von Max Brod, C. W. Leske Verlag: Wer seinen Namen hört, muss unweigerlich an Franz Kafka denken. Denn keiner stand dem skurrilen Schriftsteller so nah wie Max Brod. Er war für ihn Freund, Mentor, Förderer und nach Kafkas Tod auch sein Nachlassverwalter. Fakt ist: Ohne Brod wäre Kafka sicher nicht in die Literaturgeschichte eingegangen.

Bei all dem Einsatz für seinen Schützling ist eines jedoch in Vergessenheit geraten: Brod war zu seiner Zeit selbst ein erfolgreicher Autor, Essayist und Kulturvermittler. Seine Romane und Schriften fanden einst ein großes Publikum. Dass sich auch heute ein Blick auf Brods eigenes Werk lohnt, zeigt nun diese Neuausgabe seines Schlüsselromans – ein rebellisches, modernes Werk, das nichts von seiner erzählerischen Kraft und gedanklichen Schärfe verloren hat.

Klappentext:

Schloss Nornepygge, erschienen 1908, wurde als „das modernste der modernen Bücher“ gefeiert und entführt in die Welt von Walder Nornepygge, einem reichen, zivilisationsmüden und überfeinerten jungen Mann auf der verzweifelten Suche nach seiner Identität. Mit jedem Kapitel verschreibt er sich einem neuen Lebensstil, folgt anderen Ideen und wirft sich neuen Lieben in die Arme. Er durchwandert so das gesamte Spektrum der seinerzeit denkbaren Lebensentwürfe zwischen Eros und Satanismus, Romantik, Abenteurertum, Ausschweifung und Askese. Dabei wechselt er nicht nur die Stile wie Kleider, sondern entzaubert sie auch gleich selbst wieder als bloße Täuschungen. Wie sehr wurde Kafka von diesem frühen Brod mit seinen genialischen Experimenten und der allumfassenden Ironisierung der Welt beeinflusst? Das zeigt erst die Lektüre dieser textkritischen Ausgabe, die um zeitgenössische Rezensionen, ein Nachwort und Kommentare ergänzt wird.

Über den Autor:

Max Brod, Jahrgang 1884, war der entscheidende Wegbereiter des Expressionismus in Prag, Begründer des legendären Prager Kreises und Mentor bedeutender Künstler wie Leoš Janáček und Friedrich Torberg. Brod war überaus produktiv, nicht nur als Autor zahlreicher Romane, sondern auch als Dramatiker, Lyriker, Komponist, Musik- und Theaterkritiker. 1939 floh Brod vor der deutschen Besatzung der Tschechoslowakei nach Palästina. Er starb 1968 in Tel Aviv.

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