Rousseau: Auf der Suche nach der verlorenen Natur

„Rousseau: Auf der Suche nach der verlorenen Natur“ von Volker Reinhardt, C. H. Beck Verlag: Seine Philosophie hat sich über die Jahrhunderte in das kollektive Bewusstsein eingebrannt und bis heute nicht an Relevanz verloren. Doch den Menschen dahinter kennen nur die wenigsten. Wer also war dieser große Denker? Die Persönlichkeit hinter den Schriften lag lange im Verborgenen und wurde von der Nachwelt nicht mit derselben Akribie unter die Lupe genommen wie sein Werk selbst. Als empfindsamer Einzelgänger, streitbarer Gesellschaftskritiker und leidenschaftlicher Verfechter der Freiheit, dessen Leben stets zwischen Ruhm, Verfolgung und innerer Zerrissenheit verlief, begegnet er uns jetzt in dieser 436 Seiten starken Biografie.

Unterhaltsame Biografie mit Anspruch

Weniger als Sachbuch konzipiert, vielmehr so spannend wie ein Roman erzählt, bringt uns der Autor, seines Zeichens emeritierter Professor für Geschichte, seine außergewöhnlich turbulente Vita näher. Er gibt dem Menschen Rousseau eine Bühne, stellt ihn ins Rampenlicht, macht ihn zugänglich. Kritisch, objektiv und mit unterhaltsamen Anspruch reflektiert Reinhardt über die Ambivalenz des Exzentrikers, zeigt seine Widersprüche auf, ohne sie zu verklären oder gar einseitig zu bewerten. So gelingt ihm ein ebenso differenziertes wie kurzweiliges Porträt, das beweist damit, wie zeitlos aktuell seine Gedanken immer noch sind.

Fazit: Eine Lektüre, die mit unerwarteten Überraschungen aufwartet!

Diesen Beitrag teilen: