*Kolumne*
Sie sind „relativ unsterblich“. Nur ein schwerer Unfall, ein heimtückischer Mord und der Diebstahl ihres Zellaktivators können Perry Rhodan und den wenigen anderen Trägern des eigroßen Wundergeräts gefährlich werden. Die Autoren der Weltraumsaga lösten damit schon früh die erzählerische Herausforderung, ihre Hauptfigur buchstäblich ewig agieren lassen zu können. Ihre Lösung war nicht nur elegant und innovativ, sondern geradezu hellsichtig. Denn der Forschungsansatz, Zellen am Altern zu hindern, um letztlich die Lebensspanne eines Menschen zu verlängern, ist heute alles andere als Science Fiction!
Zellerneuerung und Genreparatur
Natürlich ist die Forschung noch Lichtjahre entfernt von einer auch nur ansatzweisen Unsterblichkeit. Dennoch sind die Möglichkeiten und Erkenntnisse inzwischen wirklich beachtlich – verglichen mit dem Stand der Wissenschaft damals. Beispiel Telomere: Das sind Schutzkappen an den Enden der Chromosomen. Bei jeder Zellteilung verkürzen sie sich und leiten damit letztlich Alterungsprozesse ein. Doch mithilfe bestimmter Enzyme können sie inzwischen reaktiviert werden und somit die Lebensdauer der Zellen verlängern – bislang allerdings nur im Reagenzglas.
Ähnlich ist es beim Genom-Editing mit der „Gen-Schere“. Die Idee: mit hochpräzisen Eingriffen die Alterungsprozesse direkt in den Genen steuern.
Ein anderer Ansatz sind neuartige Medikamente, sogenannte Senolytika, die altersschwache und damit funktionslose Zellen kurzerhand entfernen. Bei Mäusen zumindest funktioniert das anscheinend bereits.

Gezüchtete Stammzellen und künstliche Organe
Bei gezüchteten Stammzellen ist die Wissenschaft indes schon einen Schritt weiter: Die nämlich werden bereits in der Praxis eingesetzt, um geschädigtes Haut- oder Knochenmarkgewebe zu ersetzen. Doch noch können längst nicht alle Zellarten auf diese Weise ausgetauscht werden.
Ähnliche Limitierungen gibt es derzeit noch beim Bioprinting, das wirklich wie Science Fiction à la Perry Rhodan klingt. Denn es werden ganze Organe künstlich erzeugt – per 3D-Druck! Blase und Haut wurden bereits erfolgreich imitiert; bei Leber und Herz funktioniert dies allerdings noch nicht.
Tipp: Lesen Sie noch weitere Kolumnen, Interviews, launige Beiträge und ganz persönliche Einschätzungen in unserer Serie „CarpeGusta Literatur meets Perry Rhodan“!



