Die vielleicht innovativste Serie über ein literarisches Phänomen, Teil 28: Perry Rhodan und der Schwarm

*Kolumne*

Es sind überschaubare drei Jahre Handlung in gerade einmal 70 Heften (Nr. 500–569). Doch das, was die „Perry Rhodan“-Autoren in Zyklus 8, „Der Schwarm“, aufzubieten haben, ist schlichtweg beeindruckend. Sie erfinden die Serie faktisch noch einmal neu. Die stereotype Einteilung in Gut und Böse, in Schwarz und Weiß ist passé und gehört endgültig der Vergangenheit an. Neue Zielgruppen wurden so erschlossen und die Stammleserschaft aufs Positivste überrascht – auch wenn es vereinfacht gesagt wieder einmal „nur“ um eine Gefahr für die Erde apokalyptischen Ausmaßes geht: den Schwarm eben.

Biowaffen, Verdummung und Nostradamus

Dieser Schwarm ist ein Tausende Lichtjahre großes Gebilde mit Millionen von Planeten darin. Die hat er alle irgendwann schlichtweg entführt. Aber diesmal muss diese Bedrohung nicht nur irgendwie unschädlich gemacht werden. Denn sie ist viel mehr als das, hat durchaus eine Daseinsberechtigung. Entsprechend geht es im „Schwarm“-Zyklus geradezu philosophisch zu: Wie befreit man versklavte Völker und sollte man das überhaupt tun? Darf man Diktatoren mit allen Mitteln bekämpfen, sogar mit Bio- und Kernwaffen? Was wäre, wenn fast alle Menschen gleichzeitig verdummen? Ist Technik grundsätzlich schädlich? Gibt es eine geheime Weltelite? Und – ja, sogar das! – hatte Nostradamus recht? Klingt chaotisch? Nein, nicht wirklich. Denn alles passt natürlich am Schluss selbstverständlich perfekt zusammen: eine Meisterleistung, Perry Rhodan at its best!

Tipp: Lesen Sie noch weitere Kolumnen, Interviews, launige Beiträge und ganz persönliche Einschätzungen in unserer Serie „CarpeGusta Literatur meets Perry Rhodan“!