*Kolumne*
Dieses Naturgesetz gilt immer. Und es ist gnadenlos: „Nichts kann jemals schneller als das Licht sein.“ Albert Einsteins Relativitätstheorie ist da knallhart. Sie kennt keine Ausnahmen. Eigentlich ist sie der Todesstoß für ein ganzes Genre. Science Fiction à la „Perry Rhodan“ verliert damit im Prinzip jede Basis. Einstein zieht ihr regelrecht den Teppich unter den Füßen weg. Denn wie soll man bitte fremde Galaxien bereisen, wenn es bereits mehrere Jahre bis zu den Sonnensystemen in der direkten Nachbarschaft dauert?
Schneller als das Licht geht … geht nicht … geht doch!
Die Antwort ist so einfach wie bestechend: Man macht Überlichtgeschwindigkeit einfach trotzdem möglich, indem man sich die hoch theoretischen Überlegungen ganz genau ansieht, sie weiterspinnt und schließlich an eine fiktive Welt wie das Perryversum andockt. Dann geht Überlicht nämlich plötzlich doch! Der wissenschaftlich gesehen durchaus machbare Trick: Nicht die Raumschiffe selbst bewegen sich schneller, als es die Physik erlaubt, sondern der Raum um sie herum krümmt sich, dehnt sich, verändert sich – was auch immer. Willkommen im Hyperraum – einem Konzept, das Einstein nicht per se belächeln würde. Denn es widerspricht seinen Erkenntnissen und Berechnungen in letzter Konsequenz überhaupt nicht! Und in sich logisch sind die technischen Zusammenhänge in der weltgrößten Weltraumsaga rund um Perry Rhodan allemal. Gut, es ist – vorsichtig ausgedrückt – ziemlich fraglich, ob sie jemals in die Praxis umgesetzt werden können, reine Theorie eben, bis aufs Äußerste gedehnt. Geschenkt. Denn fantastisch und geradezu unendlich sind die narrativen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, zweifellos …

Zeit und Raum beherrschen
Hinweisen würde der große Physiker mutmaßlich allerdings darauf, dass Reisen durch höhere Dimensionen das Raum-Zeit-Gefüge durcheinanderwirbeln könnten – und damit ganze Galaxien buchstäblich ins Chaos stürzen würden, vielleicht sogar das komplette Universum. Zumindest hätte Einstein wohl mahnend den Finger erhoben und so etwas gesagt wie: „Wer den Raum besiegt, riskiert, die Kausalität zu zerbrechen, also das logische Nacheinander von Ursache und Wirkung.“ Das ist selbstredend keine Kleinigkeit, die es zu beachten gilt. Doch wer weiß? Vielleicht hätte Einstein nach intensiver Beschäftigung mit der Problematik sogar dafür noch eine geniale Lösung gefunden. Denn das Prinzip der Zeitreisen war ihm alles andere als fremd, auch wenn er sie eher mit annähernder Lichtgeschwindigkeit verband, nicht mit multimillionenfacher in einem fiktiven Linear- oder Zwischenraum. Die Rede ist von der sogenannten Dilatation: Während für jemanden, der mit knapp 300.000 Kilometern pro Sekunde unterwegs ist, nur Stunden vergehen, altern auf der Erde alle gleich um mehrere Jahre. Unterm Strich wäre das also nicht weniger als eine Reise in die Zukunft. Perry Rhodan übrigens zeigte nicht nur einmal, dass er dieses Prinzip ebenfalls verstanden hat und zielgerichtet anzuwenden weiß.
So gesehen: Ja, die Serienautoren hätten sich sicher prächtig mit Albert Einstein verstanden!
Tipp: Lesen Sie noch weitere Kolumnen, Interviews, launige Beiträge und ganz persönliche Einschätzungen in unserer Serie „CarpeGusta Literatur meets Perry Rhodan“!



