Die vielleicht innovativste Serie über ein literarisches Phänomen, Teil 34: Perry Rhodan und die Drangwäsche

*Kolumne*

Sich auspowern, einfach mal alles rauslassen, sich abreagieren, um neue Energie zu tanken. So würden wir es heute wohl nennen. Kraft- und Ausdauersport gilt als sehr effektive Methode, sich nach der Arbeit vom Alltagsstress zu befreien. Derlei „Workout“ ist gut für die „Work-Life-Balance“, heißt es. Bei „Perry Rhodan“ wusste man das schon vor über 50 Jahren: Da nämlich zelebriert die Spezies der Haluter regelmäßig ihre „Drangwäsche“: Sie verlassen dazu ihren Planeten und stürzen sich in teilweise lebensgefährliche Abenteuer, helfen wagemutig und ohne Rücksicht auf Verluste unterdrückten Völkern mit ihrer außergewöhnlichen Körperkraft und Intelligenz.

Auspowern auf Halutisch

Sie müssen das tun. Denn nur indem sie sich körperlich von Zeit zu Zeit so extremst verausgaben, können sie ihre Urtriebe im Zaum halten und am Ende wie neu geboren zurück nach Hause gehen. In den 1960ern wirkte das alles noch sehr fremdartig. Heute klingt es völlig normal: nach Auspowern halt, nach Workout – hier zwar auf eine außerirdische, aber eben vollkommen nachvollziehbare Art und Weise.

Perryaner wissen natürlich, dass es genau so eine Drangwäsche war, die Publikumsliebling Icho Tolot auf die Menschheit treffen lässt. Es ist eine schicksalhafte Begegnung, die ihr buchstäblich neue Horizonte eröffnet. Denn bald schon wird der Gigant zu einem der besten Freunde Perry Rhodans und unverzichtbaren Verbündeten der Terraner, die ohne den Dreieinhalb-Meter-Giganten vielleicht nie in fremde Galaxien vorgedrungen wären. Ja, so entscheidend kann Work-Life-Balance sein!

Tipp: Lesen Sie noch weitere Kolumnen, Interviews, launige Beiträge und ganz persönliche Einschätzungen in unserer Serie „CarpeGusta Literatur meets Perry Rhodan“!