Die vielleicht innovativste Serie über ein literarisches Phänomen, Teil 45: Perry Rhodan und das härteste Material der Welt

*Kolumne*

Er ist der Heilige Gral der Werkstoffe: Arkonstahl. Wenn im Perryversum etwas für Robustheit, Widerstandskraft und Härte steht, dann ist es zweifelsohne Arkonstahl. Damit wird in der Weltraumsaga rund um Perry Rhodan so gut wie alles ausgerüstet, was besonders schützenswert ist, insbesondere Raumschiffe natürlich. Aber auch einige extraterrestrische Lebewesen – die Haluter vor allem – können ihren Körper so sehr verstärken, dass sie fast unangreifbar werden, weil ihre Zellstruktur wie in Arkonstahl gehüllt ist. In der echten Welt ist die Menschheit noch meilenweit von einem solchen Wundermaterial entfernt. Eigentlich. Denn sie bewegt sich mit einer Geschwindigkeit darauf zu, wie es einst die Autoren der Serie unmöglich vorausgesehen haben können!

Von Bronze und Eisen über Titan und Carbon …

Die tatsächliche Belastungsgrenze und damit die exakten technischen Spezifikationen von Arkonstahl sind nicht überliefert. Aber gehen wir einmal davon aus, dass die Autoren sich einen Werkstoff vorgestellt haben, der die Belastbarkeit damaliger Stahlarten um mindestens das 1000-Fache übertrifft. Das war in den 1960ern und 1970ern nämlich wirklich buchstäblich Science-Fiction und schier unerreichbar. Schließlich hatte es von Bronze über Eisen und erste Stahlerzeugnisse bis hin zu Titanlegierungen mehr als 4000 Jahre gedauert, was über den Daumen trotzdem kaum mehr als eine Verzehnfachung der Festigkeit bedeutete.

… mit KI zu Arkonstahl?

Niemand konnte also ahnen, wie sehr sich das bereits innerhalb der nächsten Jahrzehnte ändern würde! Von Carbonfasern und Graphen wusste man ja schlichtweg nichts. Diese vergleichsweise revolutionären Werkstoffe stecken Hochleistungsstahl locker in die Tasche, weil sie theoretisch Festigkeiten erreichen, die die klassischer Stähle um etliche Größenordnungen übertreffen können. Künstliche Intelligenz tut ihr Übriges: Sie hilft dabei, völlig neue Materialklassen zu identifizieren, die mit klassischen Methoden womöglich nie entdeckt worden wären. Mit ihr lassen sich vereinfacht gesagt somit Materialien errechnen, die die aktuellen fast so weich wie Kaugummi wirken lassen. Molekular neu geordnete, hoch verdichtete Kristallstrukturen machen es möglich. Fehlt also eigentlich „nur“ noch die hyperphysikalische Behandlung à la Perry Rhodan, um tatsächlich so etwas wie Arkonstahl zu erzeugen …

Tipp: Lesen Sie noch weitere Kolumnen, Interviews, launige Beiträge und ganz persönliche Einschätzungen in unserer Serie „CarpeGusta Literatur meets Perry Rhodan“!

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