*Kolumne*
3D-Schach ist eine Erfindung von „Star Trek“? Falsch! Dreidimensionales Schach wird auf der „Enterprise“ zwar schon unmittelbar nach Serienstart gespielt, erstmals in der Folge „Die Spitze des Eisbergs“, in den USA im September 1966 ausgestrahlt. Aber da war die Weiterentwicklung des Spiels der Könige eigentlich schon ein alter Hut. Perry Rhodans Fangemeinde nämlich kannte 3D-Schach zu diesem Zeitpunkt bereits seit dreieinhalb Jahren: In Heftroman 76, „Unter den Sternen von Druufon“, vertreibt sich ein Teil der Crew die Zeit mit dem „furchtbar komplizierten Spiel“, wie es dort heißt. Es sieht aus wie ein Würfel aus acht gewöhnlichen Schachbrettern, die mithilfe von Antigrav-Technik exakt ausgerichtet übereinander schweben. Gespielt wird auf allen gleichzeitig und interagierend. Nicht 16 weiße Figuren treffen hier also auf ebenso viele schwarze, sondern 128! Eine Partie dauert daher meist mehrere Tage.
Inspiriert und weiterentwickelt
Die Idee von Autor Carl Darlton begeisterte das Publikum dermaßen, dass die Schachvariante fortan immer wieder zur Nebendarstellerin im Perryversum wurde. Ob das Gene Roddenberry inspiriert hat? Man weiß es nicht. Fest steht nur – und das ist auf jeden Fall neidlos anzuerkennen –, dass der Schöpfer von Kirk, Spock und Co. das futuristische Spiel professionell weiterentwickelt hat: Während sich Perryaner die genauen Regeln selbst erarbeiten, ja ausdenken müssen, haben Trekkies Zugriff auf ein festes Regelwerk. 3D-Schach à la „Star Trek“ ist in der realen Welt folgerichtig sogar im Handel. Als Brettspiel wäre das in der Rhodan-Version allerdings auch eine echte Herausforderung. Denn die acht Spielebenen sind ja wie gesagt ohne irgendwelche Stangen miteinander verbunden. Ja, stimmt, das wiederum klingt ein bisschen wie die Kubus-Raumschiffe der Borg – aus „Star Trek“. Aber das ist eine ganz andere Geschichte …
Der lachende Dritte
Und jetzt kommt das Aber: Die Weltraum-Soap made in Germany hat 3D-Schach nur fast erfunden. Ja, für die Science Fiction hat sie damit durchaus Pionierarbeit geleistet – und eben nicht „Star Trek“; das sei nun ein für allemal richtiggestellt. Doch bis ins kleinste Detail beschrieben wird 3D-Schach bereits 1908 (!) im Buch „Das Schachraumspiel“ von Ferdinand Maack. Und nein: Mit den Maahks aus der Nachbargalaxie hat Maack wohl nichts zu tun gehabt. Aber wer kann das schon wirklich wissen?
Tipp: Lesen Sie noch weitere Kolumnen, Interviews, launige Beiträge und ganz persönliche Einschätzungen in unserer Serie „CarpeGusta Literatur meets Perry Rhodan“!



