„Nightbitch“ von Rachel Yoder, Klett-Cotta Verlag: Wie können Karriere und das Mutterdasein miteinander harmonieren? Dieser Frage sind bereits viele Romane nachgegangen. Die Autorin dieses Buches verleiht dem Thema eine ganz neue, weil sehr persönliche Stimme. Sie geht dabei grotesk, skurril und herrlich amüsant vor. Ihr Stil und die Handlung lassen sich wunderbar mit einem einzigen Adjektiv umschreiben: kafkaesk.
Humorvoll schreibt sie vom Wandel in einem wohlgeordneten Leben, das abdriftet ins Abstruse. Sie entführt in einen scheinbar „normalen“ Alltag – und spickt ihn mit buchstäblich fantastischen Elementen. Absolut unorthodox vereint sie so Komponenten, die sich eigentlich ausschließen und gerade deswegen zu charmanter Prosainszenierung werden.
Klappentext:
Eine junge Mutter legt ihre eigene Karriere auf Eis, um sich um ihren Sohn zu kümmern. Ein Knochenjob zwischen Holzeisenbahn und Lätzchen. Doch als sie körperliche Veränderungen feststellt – geschärfte Eckzähne und Haare, die sich wie Fellbüschel anfühlen – entdeckt sie eine unbekannte, animalische Seite an sich. Je stärker sich die rationale Künstlerin auf ihre Verwandlung einlässt, desto natürlicher gestaltet sich die Beziehung zu ihrem Kind. Doch wie soll sie es ihrem Mann erklären, dass der Sohn neuerdings im Hundekorb schläft und statt Joghurt und Cornflakes lieber rohes Fleisch frühstücken möchte? Rachel Yoder hat mit ihrem sensationell klugen und urkomischen Roman über moderne Mutterschaft einen Nerv getroffen.
Ein feministischer Familienroman, der seinesgleichen sucht.



