Mein gelber Pullover

„Mein gelber Pullover“ von Ursula März, Piper Verlag, ist ein Roman mitten aus dem Leben: leise, klug und von großer emotionaler Genauigkeit. Die Bestsellerautorin zeichnet das Porträt einer Erzählerin, die sich in vielen Rollen zeigt: als liebende und zweifelnde Tochter ebenso wie als hin und wieder strauchelnde Mutter, als ein Mensch mit Ängsten, Hoffnungen und dem unbedingten Wunsch nach Eigenständigkeit.

Stets geht es in ihrer Geschichte um Nähe und Distanz, um Verantwortung und das Bedürfnis nach Rückzug, um die Frage, wie viel Freiheit eine Frau sich zugestehen darf – und zu welchem Preis. März beschreibt diese alternierenden Gefühlsregungen mit großer Sensibilität für Ambivalenzen. Ihre Heldin konzipiert sie als Suchende, die sich Widersprüche zugesteht: Unabhängigkeit und Fürsorge, Angst und Lust, Kontrolle und Kontrollverlust. Gerade in diesen Spannungen entfaltet der Text seine Kraft. Das scheinbar Nebensächliche erhält Bedeutung, Alltägliches wird zum Träger existenzieller Fragen.

Über die Autorin:

Ursula März, Jahrgang 1957, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in Köln und Berlin. Seit Anfang der 1990er-Jahre arbeitet sie als Literaturkritikerin und Feuilletonistin unter anderem für die Kulturzeitschrift „Kursbuch“, die „Frankfurter Rundschau“ und die Wochenzeitung „Die Zeit“.