Das Lied des Propheten

„Das Lied des Propheten“ von Paul Lynch, Klett-Cotta Verlag: „Die Nacht ist angebrochen, und sie hat das Klopfen nicht gehört, sie steht am Fenster und schaut in den Garten. Wie das Dunkel lautlos die Kirschbäume einbringt.“ So leise beginnt dieses kunstvoll erzählte Meisterwerk, das sich in poetischer Sprache den großen Fragen zu Schuld, Schweigen und Menschlichkeit nähert. Die sanfte Tonalität steigert sich jedoch rasch zu einer beklemmenden Eindringlichkeit, die ganz ohne Effekthascherei auskommt und allein durch die Kraft der Bilder aufrüttelt. Sie geht unter die Haut und macht die Lektüre zu einem stillen, aber zutiefst bewegenden Leseerlebnis, das lange nachhallt.

Fazit: Literatur zum Weiterdenken. Ein gewaltiger Text mit klarem Blick und brennender Intensität. Ein begnadeter Schriftsteller, der für dieses Werk zurecht mit dem „The Booker Prize 2023“ ausgezeichnet wurde!

Klappentext:

An einem regennassen Abend in Dublin öffnet die Wissenschaftlerin und vierfache Mutter Eilish Stack ihre Haustür und steht zwei Beamten der neu gegründeten irischen Geheimpolizei gegenüber. Sie sind gekommen, um ihren Mann Larry, einen bekannten Gewerkschafter, zu verhören. Kurz nach dieser Begegnung verschwindet Larry, und sehr schnell beginnen die Dinge in Eilishs Welt aus dem Ruder zu laufen.

Über den Autor:

Paul Lynch, Jahrgang 1977, war von 2007 bis 2011 Chef-Filmkritiker der irischen Zeitung „Sunday Tribune“ und schrieb regelmäßig für die „Sunday Times“. Seine Werke wurden in Irland und Großbritannien mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er lebt in Dublin.