„Königin der Nacht“ von Lukas Bärfuss, Rowohlt Verlag: Ein Junge wächst bei seiner Mutter auf. Und doch ist er nie wirklich mit ihr. Er existiert eigentlich nur neben ihr, taumelnd zwischen Nähe und Distanz, immer verzweifelt auf der Suche nach einem Ort, an dem er sich von ihr wirklich gesehen fühlt. Doch die freiheitsliebende Frau hat nur eines im Sinn: ihre Selbstverwirklichung. Und dabei verliert sie den Blick für alles, insbesondere für den Sohn.
Früher ist auch heute
Ernüchternd fällt daher die Bilanz des Autors aus. Von seiner heimatlosen Kindheit nämlich erzählt er ebenso eindringlich wie von der „Beziehung“ zur Rastlosen. Darin offenbart sich schonungslos eine innere Verlorenheit, die aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinwirkt.
Fazit: Sensibles Porträt über die Folgen einer lebenslangen Abwesenheit!
Über den Autor:
Lukas Bärfuss, Jahrgang 1971, ist Dramatiker, Romancier und streitbarer Publizist. Seine Stücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. Bärfuss ist Mitglied der „Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung“ und lebt in Zürich. Für seine Werke wurde er unter anderem mit dem Berliner Literaturpreis, dem Schweizer Buchpreis und dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.



