Karl

„Karl“ von Michael Wallner, Piper Verlag: Bücher über Karl Lagerfeld gibt es zuhauf. Sie beschreiben den Werdegang des Künstlers, wie man es von Biografien eben gewohnt ist: deskriptiv, Lebensstationen aufzeigend und vollgepackt mit mehr oder weniger wichtigen Daten. Michael Wallner indes verwebt die Vita des Ausnahmetalents zu einem geistreichen Roman, der Karl Lagerfeld beim Lesen ungewöhnlich nahebringt.

Lagerfeld als Roman

Der Autor bemüht dafür keine sterilen Fakten, sondern bettet seine wichtigsten, humorvollsten und dramatischsten Momente ein in eine unterhaltsame Geschichte. Sie liest sich wie eine stilvolle Hommage. Wallners Text ist lebendig, emotional, pointiert, seine Story so facettenreich, farbenfroh und wundervoll erzählt, dass uns der schrill-brillante Meister wie zu seinen Lebzeiten wieder völlig einnimmt: als Mensch, Ikone und unbeirrbarer Visionär.

Fazit: Ein Muss nicht nur für Lagerfeld-Fans!

Klappentext:

Eine Katze? In seinem Haus? Karl Lagerfeld kann selbst kaum glauben, dass er dazu Ja gesagt hat. Doch Choupette gehört seiner aktuellen Muse, dem Männermodel Baptiste – und was tut man nicht alles für die Inspiration. Womit Karl nicht gerechnet hat: Choupette wächst ihm ans Herz. Seit dem Verlust von Jacques de Bascher, seiner großen Liebe, lebt Karl zurückgezogen, umgeben nur von Büchern und seinen Erinnerungen. An die kapriziöse Mutter. An den Freund und Rivalen Yves Saint-Laurent. An Martine, die ihn seit Jahrzehnten als Leiterin seines Ateliers begleitet. Erst dem Gast auf vier Pfoten scheint zu gelingen, woran alle anderen gescheitert sind: Karl aus seiner selbstgewählten Isolation herauszulocken …

Über den Autor:

Michael Wallner spielte nach seiner Ausbildung am Wiener „Max Reinhardt-Seminar“ am Burgtheater und am Berliner Schillertheater. 1982 erhielt er den Schauspielerpreis beim „Norddeutschen Theatertreffen“. Seit 1987 arbeitet er als freischaffender Theater- und Opernregisseur unter anderem in Düsseldorf, Frankfurt, Bochum, Wien, Hamburg und Lübeck. Für die Regie von „Krieg“ erhielt Wallner die Kainz-Medaille der Stadt Wien. Seit 2000 lebt er als freier Autor in Berlin. Sein Bestseller „April in Paris“ wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt.