„Kaltes Krematorium“ von József Debreczeni, S. Fischer Verlag: Es fällt nicht leicht, dieses Buch zu lesen. Bei der Lektüre sind dafür immer wieder Pausen nötig – längere Aufschübe, um immer mal wieder nach Luft zu schnappen, und um sich Zeit zu nehmen, damit die schwere Kost verarbeitet werden kann. Debreczeni zwingt seine Leserinnen und Leser nämlich dazu, nicht wegzuschauen, sondern sich dem Unfassbaren zu stellen. Er konfrontiert schonungslos mit den Grausamkeiten der Nazis, die die Menschlichkeit ad absurdum geführt haben. Diese Vehemenz ist es, die dieses Buch so unglaublich wichtig macht.
Intensiv, unerbittlich, wichtig
Es ist ein unerbittlicher Augenzeugenbericht, den man regelrecht fühlt. Denn er geht unter die Haut. Debreczenis Erinnerungen sind so lebendig geschildert, dass sie einen zu zerreißen drohen. Sie machen Vergangenes präsent und zeigen, wie wichtig die Botschaft des Autors auch für die Gegenwart ist.
Kurzum: Ein starker Text, der (nicht nur) in der Schule zur Pflichtlektüre werden sollte!
Klappentext:
Die Wiederentdeckung nach 70 Jahren, erstmals auf Deutsch: Der eindringliche Bericht des ungarischen Schriftstellers József Debreczeni über die albtraumhafte Welt der Vernichtungslager, entstanden unmittelbar nach seiner Befreiung.
Über den Autor:
Joszéf Debreczeni, Jahrgang 1905, war jüdischer Schriftsteller und Journalist. 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert. Zwölf Monate lang erlebte er die Hölle der nationalsozialistischen Lager, am Ende kam er ins „kalte Krematorium“, die Krankenbaracke des Lagers Dörnhau. Kurz nach der Befreiung verarbeitete er mit diesem literarischen Bericht seine Erlebnisse. 1978 starb er in Belgrad.



