„Jetzt beginnt das Leben“ von Alex Schulman, dtv: Es ist einer dieser Texte, die einen nicht loslassen. Auch wenn man das Buch zur Seite legt, um sich eine kleine Pause zu gönnen, bleibt er ständig im Kopf, arbeitet in einem weiter.
Genau das ist Schulmans großes Talent: Er schreibt nicht, er kreiiert Handlungen, in denen er seine Leserinnen und Leser – unabhängig davon, wie belastend manchmal seine Themen sind – mit poetischer Gewalt gefangen hält. Einmal drin, ist ein Entrinnen dann kaum noch möglich. Gierig liest man weiter, verliert sich nur zu gerne im Plot, der so viel nackte, fiktive Wirklichkeit enthält, dass man sich ihr weder verweigern kann noch will. Mit jeder Seite verdichtet sich dieses sogartige Gefühl. Und mit ihm wächst die Gewissheit, im Laufe der Lektüre einer Wahrheit zu begegnen, die keine einfachen Antworten kennt, aber die richtigen Fragen stellt.
Klappentext:
Vidars Leben ist aus den Fugen geraten. Nach einem gewalttätigen Vorfall in der Schule wird er vom Lehrdienst suspendiert. Als er zu Hause zufällig die Telefonnummer des alten Sommerhauses der Familie findet, wählt Vidar aus einer Laune heraus die Nummer. Es meldet sich sein Vater, der längst tot ist. Bald versteht Vidar: Am anderen Ende der Leitung ist immer der 17. Juni 1986, ein Tag aus seiner Kindheit. Es öffnet sich eine Falltür in die Vergangenheit. Anruf für Anruf versucht Vidar, jeden Schritt seiner Familie an diesem Tag nachzuvollziehen. Er überschreitet eine Grenze nach der anderen. Und während sich der Tag seiner Kindheit langsam auflöst, zieht sich die Schlinge in der Gegenwart immer enger zu.
Tipp:
Lesen Sie auch unsere Rezension zu Alex Schulmans Roman „Vergiss mich“.
Ebenfalls neu bei dtv erschienen: „Fiasko“ von Tony Tulathimutte
Klappentext:
Dieses Buch hat für Furore gesorgt wie kaum ein zweites Werk der amerikanischen Gegenwartsliteratur: Von der Kritik gefeiert, von Lesern leidenschaftlich diskutiert, erzählt Tony Tulathimutte so brillant wie zum Totcringen komisch von Millennials, Misfits und Masturbauteurs.
Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen Spirale, als ein One-Night-Stand nicht zur erhofften Beziehung führt. Ein schwuler Thai-Amerikaner bringt es nicht über sich, seinem Freund seinen ultranischigen Fetisch zu gestehen.



