„Das Liebespaar des Jahrhunderts“ von Julia Schoch, dtv: Die Liebe folgt keiner Eindimensionalität. Sie ist niemals geradlinig, stets von verworrener Undurchsichtigkeit und ewig rätselhaft. Das ist von Anbeginn so und hört erst auf – falls überhaupt –, wenn das Herz für den Lebensmenschen ganz erkaltet. Die Autorin begibt sich mit ihrem Roman genau da hinein: in diesen nur zu gut bekannten Wirbelsturm, der ausschließlich von Gefühlen heraufbeschworen werden kann. Sprachgewandt seziert sie dieses Miteinander zwischen Mann und Frau und lässt daraus feinste Prosa entstehen.
Schmerzhaft schön
Schoch kleidet die schmerzhafte Schönheit des Unausweichlichen in wundervolle Worte und macht sie somit spür- und erlebbar. In ihren Zeilen finden Leserinnen und Leser sich selbst wieder; sie entdecken ihre Ängste und Wünsche, ihr Streben nach Nähe und werden auch angestoßen, über ein oftmals unausweichliches Loslassen nachzudenken.
Fazit: Glück, Erfüllung und Scheitern symbiotisch vereint zu einer untrennbaren Einheit, die die vielschichtige Natur menschlicher Beziehungen widerspiegelt!
Klappentext:
Eine Frau will ihren Mann verlassen. Nach vielen Jahren Zusammenleben und Ehe ist sie entschlossen und bestürzt zugleich: Wie konnte es nur dazu kommen? Während sie ihr Fortgehen plant, begibt sie sich in ihren Gedanken weit zurück. Da waren die rauschhaften Jahre der Verliebtheit nach dem Mauerfall, an der Universität, zu zweit im Ausland und später mit den kleinen Kindern, aber da gab es auch die Kehrseite – Momente, die zu Wendepunkten wurden und das Scheitern schon vorausahnen ließen. Doch ist etwas überhaupt gescheitert, wenn es so lange dauert?
Über die Autorin:
Die FAZ bezeichnete Julia Schoch, Jahrgang 1974, einst als „Virtuosin des Erinnerungserzählens“. 2022 wurde ihr die „Ehrengabe“ der Deutschen Schillerstiftung verliehen, 2023 der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, 2024 der Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis. Sie lebt in Potsdam.
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