„Jacky“ von Anthony Passeron, Piper Verlag: „Mein Vater verschwand im Zeitraum von drei Spielkonsolen“, lautet der erste Satz dieses autofiktionalen Romans, der damit sofort offenlegt, was den Protagonisten seit jeher aufreibt. Es ist der Verlust seines Elternteils, mit dem er nicht abschließen kann und will. Denn er traumatisierte und prägte ihn fürs Leben. Wie er sich als verlassener Sohn fühlte und immer noch fühlt, hat sich Passeron nun auf 149 Seiten von der Seele geschrieben.
Vaterverlust
Schonungslos, ehrlich, nicht selten emotional-brutal bringt er seinen Schmerz zu Papier. Oft sind seine Worte von spürbarer Wut durchtränkt. Verzweiflung spricht aus jeder Seite – und wird gleichzeitig von seinem Bedürfnis nach Liebe, Vertrauen und Zusammenhalt getragen. Seine Emotionen werden so zu einem eindringlichen Porträt, spiegeln die innere Zerrissenheit eines ewig Suchenden wider und machen die Lektüre zu einer sprachlich konzentrierten Erkundung seelischer Missstände.



