Holunderholz

„Holunderholz“ von Norbert Scheuer, C. H. Beck Verlag: Aus purem Zufall öffnet sich dem Protagonisten dieses Romans eine kleine Tür in die Vergangenheit. Als er über die Schwelle tritt, beginnt für ihn eine Reise, die nicht nur längst vergangene Ereignisse wieder lebendig werden lässt, sondern auch sein eigenes Sein für immer verändert. Es wird zu einem verzwickten Spiel mit der Zeit, dessen Folgen schon bald die Grenzen zwischen gestern und heute verwischen.

Mit feinem Gespür für die leisen Zwischentöne erzählt der Roman von der Macht der Erinnerung und von Geschichten, die vollkommen vergessen schienen, aber in Wahrheit Generationen überdauern. Auf diese Weise entfaltet sich eine ebenso spannende wie berührende Erzählung über die Suche nach Wahrheit. Besonders gelungen ist dabei die Entwicklung der Handlung. Sie fügt sich aus vermeintlich beiläufigen Details nach und nach zu einem vielschichtigen Gesamtbild zusammen.

Klappentext:

Nach dem Tod seiner Mutter versucht Johann, ein altes Tonbandgerät seines Großvaters zu reparieren. Was als technische Herausforderung beginnt, wird zu einer Suche, die ihn immer tiefer in die rätselhaften Aufnahmen hineinzieht. Als Programmierer ist es Johann gewohnt, Fehler in Systemen zu finden – nun folgt er den Spuren einer Geschichte, die sich nur bruchstückhaft erschließt. Die Tonbänder erzählen von einem ehemaligen Wehrmachtsobersten und einem stummen Mädchen, Rose. Zwischen Andeutungen und verstörenden Entdeckungen erkennt Johann Verbindungen zur verheerenden Explosion von Prüm im Sommer 1949. Während er in seiner Gegenwart zwischen beruflicher Entfremdung und einer heimlichen Affäre mit der verheirateten Maria taumelt, verdichten sich die Hinweise: Welche Verbindung besteht zwischen seiner Mutter und dem mysteriösen Mädchen? Wer war Rose wirklich? Und was geschah in jenem Sommer?

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