Hellere Tage

„Hellere Tage“ von Ulrich Woelk, C. H. Beck Verlag: Das Leben hat sie mit Bravour gemeistert. Sie ist erfolgreich, gebildet, wohlsituiert. Und doch gibt es da den einen Störer: die Veränderung. Daran reibt sich die Protagonistin auf. Wie sie sich von der Jugend entfernt und im Jetzt ein wenig zu verlieren scheint, macht ihr zunehmend zu schaffen. Damit gehen gleichzeitig auch Fragen einher: wer sie ohne den Glanz der Jugend ist, was von ihren Träumen geblieben ist und ob das, was sie erreicht hat, sie wirklich erfüllt – oder nur davon ablenkt, sich einzugestehen, dass jedes Ende auch ein Aufbruch zu etwas Neuem ist.

Präzise, klug, empathisch

Emphatisch beschäftigt sich der Roman mit dem subtilen Druck einer Leistungsgesellschaft, die Stillstand nicht selten als Scheitern deutet. Woelk erzählt leise, aber präzise vom Sein, Vergänglichkeit und der Angst, im Strom der Zeit an Bedeutung zu verlieren. Damit hält er der Gesellschaft einen ebenso klugen wie schonungslosen Spiegel vor.

Klappentext:

Ruth, Professorin für Philosophie an der Humboldt-Universität, lebt in Berlin-Moabit. Ihre Ehe mit Ben ist Vergangenheit, die Beziehung zu seiner Tochter ist zerbrechlich und doch voller Nähe. Ihre Studentinnen und Studenten scheinen von Jahr zu Jahr jünger zu werden, der wachsende Abstand zu ihnen beunruhigt Ruth ebenso wie die Spaltung der Gesellschaft. Dann tun sich auch im Privaten, der sicher geglaubten Vergangenheit, Risse auf: Der Tod ihres Vaters konfrontiert Ruth mit einem Familiengeheimnis, das ihre Identität erschüttert.

Über den Autor:

Ulrich Woelk lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er studierte Physik und Philosophie. 2019 veröffentlichte er mit großem Erfolg „Der Sommer meiner Mutter“, der auf der Longlist für den „Deutschen Buchpreis“ stand und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Sein Romanprojekt „Für ein Leben“ wurde mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet.

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