„Hayo. Séraphines Roman“ von Markus Bundi, Kröner Verlag: Gerade mal 96 Seiten umfasst das kleine, aber feine Büchlein und umarmt dennoch mit einer ungeheuren Intensität die Zartheit des Lebens, sodass man nicht umhinkann, sich in diese Geschichte zu verlieben.
Bereits der Einstieg, aus sechs knappen Sätzen gewoben, entfaltet eine ganze eigene Welt: „Ich heiße Séraphine. Auf den Accent aigu kommt es an. Darauf legt meine Mutter Wert. Ich werde demnächst 19. Nach Feiern ist mir aber nicht zumute. Vor wenigen Tagen ist Hayo gestorben. Das ist eigentlich schon alles“, heißt es dort kurz und knapp. Es verfehlt seine Wirkung nicht: Leserinnen und Leser fühlen sich sofort berührt von der Melancholie der Protagonistin, die ihren Seelenverwandten verloren hat.
Fazit: Eine mal ganz andere Liebesgeschichte …
Klappentext:
Séraphine vermisst Hayo, sie möchte nur noch schlafen. „Das ist eigentlich alles“, notiert sie. Aber Fühlen und Denken lassen sich nun mal nicht abschalten, auch wenn ihr die „Wirklichkeit“ ziemlich verschlossen erscheint, und mit den Erinnerungen klopft auch die Gegenwart an Séraphines Tür, lässt sie wieder aus dem Fenster schauen. Was ist angeboren? Was ist angelernt? Was aufgezwungen? – Die Antworten halten sich gut verborgen, doch Séraphine merkt, dass sie weder ihren Humor noch ihren Willen verloren hat. Und so beginnt sie, sich selbst zu entwerfen, ohne Hayo, für eine Reise mit leichtem Gepäck: „Ich bin aus dem Holz geschnitzt, aus dem die Träume sind.“
Ebenfalls neu im Kröner Verlag erschienen: „Alte Lieben“ von Eva Christina Zeller
Klappentext:
Wie erinnern sich Liebende an ihre gemeinsame Zeit? Was fand er an ihr, sie an ihm – und was eben nicht? Was hat sie dazu gebracht, zusammenzufinden? Und warum erzählen zwei Menschen eigentlich niemals dieselbe Geschichte von ihrer Zeit zu zweit? Aus Gesprächen mit ehemaligen Geliebten hat Eva Christina Zeller einen Roman gewebt. Er führt sie von der Berliner Boheme auf eine Insel im Südpazifik, wo sie zwischen Seelöwen und Seehunden James trifft, mit dem sie einmal liiert war, zurück ins Deutschland der frühen 80er Jahre, wo sie Ulrich verlor – zu Erinnerungen, so flüssig und so salzig wie der Ozean.



