„Hannah“ von Miku Sophie Kühmel, S. Fischer Verlag: Sie lieben sich und gerade daran drohen sie zu zerbrechen. Die Autorin fängt die gefährliche Stimmung einer Phase ein, in der Freiheit, Gefühle, das Anderssein und Bedrohungen gefährlich nah beieinanderliegen. Sie schreibt von einer wundervollen Begegnung zwischen Til und Hannah, ihren überschäumenden Emotionen, die sich rasch zu einer intensiven Beziehung entwickeln. Es ist eine tiefe Verbundenheit zwischen den Frauen, die nicht nur vom eigenen künstlerischen Schaffen, sondern auch vom wachsenden Druck der politischen Entwicklungen in den 1920er-Jahren geprägt ist.
Aus einem solch spannungsgeladenen Stoff hat Kühmel ein nachdenkliches, ein poetisches Buch geschaffen. Ihr Text zeigt, wie die Kraft zweier Kämpferinnen selbst in den dunkelsten Momenten der Geschichte Licht und Hoffnung erzeugen kann.
Fazit: „Hannah“ geht weit über die klassische Lovestory hinaus. Sie ist ein bewegendes Zeitdokument voller Mut und Stärke.
Über die Autorin:
Miku Sophie Kühmel, Jahrgang 1992, studierte Literatur- und Medienwissenschaften, unter anderem in New York. Heute lebt in Berlin und produziert Podcasts. Ihr Debütroman „Kintsugi“ ist preisgekrönt.



