Gute Menschen

„Gute Menschen“ von Frédéric Schwilden, Piper Verlag: Liebesromane sind nicht gleich Liebesromane. Ganz anders als „herkömmliche“ Lovestorys gestalten sie sich beispielsweise, wenn sie von Frédéric Schwilden zu Papier gebracht werden. Es sind das Tempo, in dem die Geschichte erzählt wird, die Tonalität und die kompakte Sprache, die den Plot von so vielen anderen des Genres unterscheidet. Natürlich geht dabei dennoch vordergründig um Liebe, dabei aber schwingen zahlreiche andere Gefühlsmelodien mit.

Mit Leichtigkeit tief

Gewitzt, pointiert und überaus charmant flaniert der Autor durch die Höhen und Tiefen von Beziehungen, ohne dabei in Kitsch oder Klischees zu verfallen. Stattdessen entsteht ein modernes, manchmal schräges, oft berührendes Porträt zweier Menschen, die auf der Suche nach Nähe, Sinn und Wahrhaftigkeit sind – erzählt mit einer stilistischen Leichtigkeit, die durchaus Tiefe zulässt.

Klappentext:

Die letzten Wochen des Jahres: Jennifer ist erfolgreiche Juristin und will sich selbst verwirklichen. Jan ist engagierter Gymnasiallehrer und träumt von der Weltrettung. Ihre Beziehung gerät in die Krise. Als Jan vor Weihnachten zu seiner kranken Großmutter fährt, zieht Jennifer heimlich aus. Sie erfindet sich neu, während er die sinnstiftende Kraft der Nächstenliebe findet. Seitdem herrscht Funkstille. Werden sie sich weiterentwickeln und wiederfinden? Warum sprechen sie nicht miteinander? Ist das schon Ghosting oder ganz richtig?

Über den Autor:

Frédéric Helmut Johannes Schwilden, Jahrgang 1988, studierte Gartenbau und wurde Journalist. Zunächst schrieb er für den deutschen „Rolling Stone“ über Popmusik, später als Feuilleton-Redakteur der „Welt am Sonntag“. Zwei Jahre lang war er „Focus“-Reporter. Seit 2018 arbeitet er im Politikressort der „Welt“. Privat interessiert er sich für zeitgenössische Kunst, Politik, deutschen Hip-Hop und Fotografie.