„Die Geschichte von Herrn Sommer“ von Patrick Süskind: Die Vergänglichkeit des Lebens beherrscht die Kulisse dieses Romans, nicht allerdings mit schwerer Präsenz, sondern sublim zwischen den Zeilen und in bildmalerischen Szenen. Hübsch und ansprechend sucht sie Zuflucht hinter der Rastlosigkeit des Protagonisten, manifestiert sich hin und wieder lauter durch dessen Hilflosigkeit. Fortwährend treibt sie den Antihelden an, ebenso wie seine Leserinnen und Leser. Dabei achtet er darauf, dass sie nicht mit einem trostlosen Gefühl zurückbleiben – indem er das Unvollkommene eine ganz eigene und die Melancholie eine stille Schönheit in sich tragen lässt.
Klappentext:
Zu der Zeit, als ich noch auf Bäume kletterte, lebte in unserem Dorf, keine zwei Kilometer von unserem Haus entfernt, ein Mann mit Namen „Herr Sommer“. Kein Mensch wusste, wie Herr Sommer mit Vornamen hieß, und kein Mensch wusste auch, ob Herr Sommer einem Beruf nachging. Man wusste nur, dass Frau Sommer einen Beruf ausübte, und zwar den Beruf der Puppenmacherin. Obwohl man über die Sommers und insbesondere über Herrn Sommer so gut wie nichts wusste, kann man doch mit Fug und Recht behaupten, dass es im Umkreis von mindestens sechzig Kilometern um den See herum keinen Menschen gab, Mann, Frau oder Kind – ja nicht einmal einen Hund –, der Herrn Sommer nicht gekannt hätte, denn Herr Sommer war ständig unterwegs. Es mochte schneien oder hageln, es mochte stürmen oder wie aus Kübeln gießen, die Sonne mochte brennen, ein Orkan im Anzug sein, Herr Sommer war auf Wanderschaft.



