„Gelbe Monster“ von Clara Leinemann, Suhrkamp Verlag – ein leichtfüßiger Roman über eine junge Frau, die sich eingestehen muss, was lange undenkbar schien: dass sie, ohne es richtig wahrzunehmen, zur Täterin geworden ist.
Charlie ist impulsiv, überhitzt, zu schnell und verliert die Kontrolle über ihre Emotionen. Ihre Wut entlädt sich dort, wo einst Liebe war. Als Konsequenz wird ihr eine Antiaggressionstherapie auferlegt. Widerwillig findet sich die Antiheldin in einer Gruppe von Frauen wieder, mit denen sie sich zunächst nicht identifizieren kann – „Schwerverbrecherinnen“, wie sie naserümpfend meint, obwohl sie doch selbst Teil dieser Runde ist. Nur zögernd lässt sich die Protagonistin auf Gespräche ein. Rückblickend auf den Beginn ihrer Beziehung und ihren unheilvollen Verlauf beginnt sie, über Scham, Ängste und verdrängte Verletzungen zu sprechen, über Erwartungen, Ohnmacht und das lähmende Gefühl, nicht zu genügen. Schritt für Schritt bröckelt ihr Selbstbild …
Fazit: „Gelbe Monster“ ist ein intensiver Text über weibliche Wut, toxische Dynamiken und die Frage, wie Gewalt eigentlich entsteht.



