Die Geburt des Vampirs

„Die Geburt des Vampirs“ von Simeon Elias Hüttel, zu Klampen Verlag: „Lässt sich ein bestimmter geschichtlicher Augenblick benennen, zu dem sich erstmals von Vampiren sprechen lässt? Existiert am Ende gar so etwas wie eine kulturgeschichtliche Geburtsurkunde, die es uns erlaubt, das wahre Alter des untoten Bluttrinkers zu datieren“, fragt sich der Autor und begibt sich auf Spurensuche. Dabei „gräbt“ er Überraschendes aus.

Goethe und der Blutsauger

So „entlarvt“ er beispielsweise niemand Geringeres als Johann Wolfgang von Goethe als den „Schöpfer des leidenden Vampirs“. Der Vampir des Dichterfürsten sei ein „erotisches, ein dezidiert sinnliches Wesen, eine Kreatur der unterdrückten Lust“, während er ihm im Zusammenhang mit seinem „Faust II“ eine „abstoßende, ja ekelhafte Natur“ zuschreibt.

So frappant wie aufschlussreich fährt Hüttel in seiner Geistesgeschichte einer Schreckensvision fort. Er präsentiert seinen Leserinnen und Lesern unterschiedlichste Seiten des furchteinflößenden Dämons: als Gentlemen etwa oder als Kreatur der Tausend Gesichter …

Fazit: Ein hochspannendes Buch, das den ikonischen Mythos einer Legende auf faszinierende Weise neu beleuchtet!