Frauen im Sanatorium

„Frauen im Sanatorium“ von Anna Prizkau, Rowohlt Verlag: Anna ist am Ende. Kein Weg scheint ihr ein Zurück in ein „normales“ Leben ermöglichen zu können. Nur das Sanatorium bleibt ihr noch als Refugium. Aber auch dort sieht sich die Protagonistin dieses einfühlsamen Romans überall von Sackgassen umgeben, in denen blass und trostlos die Hoffnungslosigkeit schimmert. Da wird der Heldin ein Flamingo zum Trost.

Klar, schmerzhaft, zart und unerbittlich

Pepik, so nennt sie den geduldigen Vogel, muss sich einiges anhören. Denn ihre bewegte Vita ist voller Höhen und Tiefen; die Geschichte offenbart Nöte, Ängste, Wünsche und die oftmals glücklose Suche nach dem einen großen Gefühl: der Liebe. Und genau darin entfaltet sich die große Magie dieses Romans: in der leisen, aber eindringlichen Art, mit der Prizkau von seelischen Abgründen, zerplatzten Träumen und kleinen Momenten des Aufschwungs erzählt – ohne Pathos, aber mit einer fast schmerzhaften Klarheit, getragen von einer Sprache, die zart und unerbittlich zugleich ist.

Über die Autorin:

Anna Prizkau, Jahrgang 1986, kam in den 1990er-Jahren mit ihrer Familie von Russland nach Deutschland und lebt heute in Berlin. Sie studierte in Hamburg und Berlin und arbeitete viele Jahre als Redakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Ebenfalls neu im Rowohlt Verlag erschienen:

Klappentext „Kein Geld. Kein Glück. Kein Sprit“ von Heinz Strunk:

Heinz Strunk lädt uns wieder ein in eine Welt, in der es viel zu staunen und zu lachen gibt, obwohl sie im Großen und Ganzen voller Schmerz und Schauer ist. Berichtet wird von ganz schön merkwürdigen Krankheiten, beunruhigenden Vorgängen im Nachbarhaus der Vorortsiedlung, es werden abgrundtief elende Familiengeschichten und Paartragödien erzählt. Versammelte Haushaltsroboter wohnen andächtig einem Puppentheater bei, eine Frau möchte sich nur die Nase richten lassen und gerät an den ganz falschen Schönheitschirurgen, und am Fischbuffet im Luxusresort in Maspalomas ziehen in der Nebensaison Rentnerpaare gegeneinander in den Krieg.

Die Welt von Heinz Strunk wirkt düster und fremd, obwohl oder weil sie mit jeder Faser mit unserer eigenen Realität verbunden ist.

Über den Autor:

Bestsellerautor Heinz Strunk, Jahrgang 1962, schrieb bislang 15 Romane. „Der goldene Handschuh“ wurde von Fatih Akin verfilmt und lief im Wettbewerb der „Berlinale“. 2016 wurde der Autor mit dem „Wilhelm Raabe-Literaturpreis“ ausgezeichnet.

Klappentext „Die Assistentin“ von Caroline Wahl:

Eine Karriere als Musikerin – das war eigentlich Charlottes größter Wunsch. Aber jetzt ist es ja eh zu spät, und sie muss sich um einen vernünftigen Job kümmern, schon wegen der Eltern. Sie findet eine Stelle in einem Verlag, auch nicht schlecht, und München ist eine schöne Stadt, vor allem im Sommer.

Im Vorzimmer des Verlegers sitzt Charlotte ganz nah am Zentrum der Macht. Dass der seine Assistentinnen oft auswechselt, kriegt sie schnell mit. Aber sie entwickelt ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef, der ihre Stärken erkennt, ihr vertraut. Und dafür muss sie eben viel in Kauf nehmen, sehr viel, vielleicht auch selbst mit harten Bandagen kämpfen, vielleicht ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Vielleicht sogar Bo verlieren, in den sie sich doch gerade erst verliebt hat …

Über die Autorin:

Caroline Wahl, Jahrgang 1995, studierte Germanistik in Tübingen und Deutsche Literatur in Berlin. Sie arbeitete in verschiedenen Verlagen und lebt heute in Kiel.