„Faustschlag von rechts“ von Stefanie Kaluza, Karibu Verlag: Das Leben wird auf einmal zu eng in der Provinz. Die erste Liebe scheitert und von einem Moment auf den anderen fühlt man sich alleine, einsam, nicht mehr zugehörig. Es ist der Zeitpunkt, an dem Jarik abbiegt in die falsche Richtung. Es ist die Wende in seinem verkorksten Alltag. Der Teenager driftet ab, verliert den Halt und ist damit im Begriff, seine komplette Zukunft zu zerstören.
Radikalisierung entgegenwirken
Aufrüttelnd schildert die Autorin von dieser unaufhaltsamen Radikalisierung und deren verheerenden Konsequenzen. Sie demonstriert eindringlich, wozu Gruppenzwang führen kann, und sensibilisiert gleichzeitig dafür, dass die Gesellschaft solchen Entwicklungen durch mehr Aufmerksamkeit und frühzeitiges Eingreifen entgegenwirken kann. „Ich glaube, das Wichtigste ist, im Kontakt miteinander zu bleiben – auch wenn es schwerfällt. Jugendliche sind ja auf der Suche nach sich selbst und wünschen sich, gesehen und verstanden zu werden“, erklärt Kaluza im Interview. „Da hilft es nachzufragen, zuzuhören, sich auf Gespräche einzulassen. Und zu zeigen: ‚Du gehörst dazu – es ist wichtig, was du zu sagen hast!‘“
Klappentext:
Der 15-jährige Jarik hat endgültig genug: Sein Vater ist abgehauen, seine Mutter kritisiert ihn unablässig und selbst seine Freunde scheinen ihn nicht mehr zu verstehen. Ein Lichtblick bleiben nur Mo, in die er heimlich verliebt ist, und der Boxclub, wo er seinen Ärger abreagieren kann. Eines Tages fällt er dort Falk auf – dem Jungen, zu dem alle aufschauen. Falk lädt Jarik in ein Zeltlager ein, einen Ort, an dem man lernt, ein richtiger Mann zu werden. Schritt für Schritt werden die neuen Kameraden für Jarik wichtiger als alles andere, bis es keinen Weg zurück gibt – und eine Katastrophe unausweichlich wird.
Über die Autorin:
Stefanie Kaluza, Jahrgang 1978, arbeitete nach ihrem Studium der Erziehungswissenschaft und der Neueren deutschen Literatur als Quereinsteigerin in der Abteilung für Theaterpädagogik am Berliner „Grips“-Theater. Seit 2014 ist sie selbstständig und realisiert theaterpädagogische Projekte. 2023/24 war sie Stipendiatin der Akademie für Kindermedien.



