Die Richtige

„Die Richtige“ von Martin Mosebach, dtv: Dass er einer der brillantesten Schriftsteller unserer Zeit ist, beweist Martin Mosebach ein weiteres Mal mit diesem Roman – mit einem Text, der sein Können in stilistischer Eleganz, feinsten Wortkonstellationen und gedanklicher Tiefe einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Brillante Prosa mit Feinschliff

In „Die Richtige“ seziert der Autor mit messerscharfer Beobachtungsgabe die Seltsamkeiten menschlichen Treibens, entlarvt Eitelkeiten, Selbsttäuschungen und emotionale Abhängigkeiten. Er ergründet Beziehungsgeflechte, demaskiert subtile Machtspiele und offenbart Abgründe hinter der bürgerlichen Fassade. Mosebach gelingt das ohne effekthascherischen Tusch. Vielmehr bedient er sich dabei sublimer Gesten, leiser Boshaftigkeit und souveräner Lakonie.

Fazit: Auf unterhaltsam-zynische Weise rechnet Mosebach hier mit einem selbstverliebten Kunstbetrieb ab, dessen Absurditäten sich fast wie beiläufig aus der Präzision seiner Sprache ergeben.

Klappentext:

Ein verblühtes Azaleenbäumchen, fast schon im Müll, und dann, ganz unerwartet, eine rosa Wolke, neues Grün – „so müsste man arbeiten, wie diese Pflanze!“ Sagt Louis Creutz, ein Maler, der über Grenzen hinweggeht, weil er keine sieht. Von den Menschen, die mit ihm in Berührung kommen, profitiert er, solange sie ihm nützlich sind, und dann lässt er sie fallen. Meist sind es Frauen, seine Modelle. Eine von ihnen ist inzwischen obdachlos, eine Streunerin mit goldgefärbten Locken, schwarzem Seidenumhang und einem unheimlichen Maskengesicht. Eine andere, noch junge, lebensfrohe, die barfuß in Sandalen der Kälte trotzt, schlägt jede Warnung in den Wind.

Über den Autor:

Martin Mosebach, Jahrgang 1951, war Jurist, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Seit 1983 veröffentlicht er Romane, dazu Erzählungen, Gedichte, Libretti und Essays über Kunst und Literatur, über Reisen, auch über religiöse, historische und politische Themen. Über die Jahre erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Er lebt in Frankfurt am Main.

Weitere Lese-Highlights von dtv:

Klappentext „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ von Doris Knecht:

Sie ist die Tochter, die stets unsichtbar war neben ihren braven, blonden Schwestern. Sie ist die alleinerziehende Mutter, die sich stets nach mehr Freiheit und Unterstützung sehnte. Sie ist die Überempfindliche, die stets mehr spürte als andere. Sie ist jemand, der Veränderungen hasst. Doch irgendetwas muss geschehen.

Denn ihre Kinder sind im Begriff auszuziehen, und sie muss sich verkleinern, ihr altes Leben ausmisten, herausfinden, was davon sie behalten, wer sie in Zukunft sein will.

Wie ist es, wenn das Leben noch einmal neu anfängt? Doris Knechts neuer Roman ist die zutiefst menschliche und intime Selbstbefragung einer Frau, die an einem Wendepunkt steht. Sie versucht, die Wahrheit über sich selbst herauszufinden. Und zugleich weiß sie, dass ihr das niemals gelingen wird.

Über die Autorin:

Doris Knechts erster Roman, „Gruber geht“ war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde fürs Kino verfilmt. Die Kolumnistin und Autorin lebt in Wien.

Klappentext „Was ich dir erzählen möchte oder Lebensweisheiten für ein kleines Alien“ von Alice Franklin:

Ein kleines Mädchen ist überzeugt, ein Alien zu sein. Warum sonst sollte es ihr so schwerfallen, sich in der Welt zurechtzufinden? Obwohl sie dieselbe Sprache sprechen, scheinen die Menschen sie einfach nicht zu verstehen. Ihre psychisch labile Mutter, die den lieben langen Tag Ratgeber liest, und ihr Vater, der im Büro und zu Hause vor allem Risikobewertungen unternimmt, sind auch keine große Hilfe. Doch als sie zufällig von dem Voynich-Manuskript erfährt – eine mittelalterliche Handschrift, deren Sprache bis heute nicht entschlüsselt wurde –, glaubt sie, nicht mehr allein zu sein. Die Mission, das Manuskript zu übersetzen, führt sie auf überraschende Wege und zu Menschen, die sie ankommen lassen in ihrem andersartigen Leben.

Über die Autorin:

Alice Franklin studierte Kreatives Schreiben. Sie lebt und arbeitet als Texterin in Oxford. Das Buch ist ihr erster Roman.