Die Liebe, später

„Die Liebe, später“ von Gisa Klöne, Rowohlt Verlag: Wenn das Leben uns etwas lehrt, dann, dass nichts planbar ist. Insbesondere wenn es um die Liebe geht, bleibt vieles geradezu willkürlich. Auch die Hauptfiguren dieses Romans müssen sich das eingestehen. Sie haben sich verkalkuliert, sich auf ein behagliches Miteinander im Alter eingestellt und finden sich nun in einem durchgewirbelten Jetzt wieder. Ihre Gegenwart will fortan nicht mehr mit ihren Vorstellungen konform gehen.

Was also tun, wenn das Schicksal einem einen Strich durch die Rechnung macht? Ganz einfach: umdisponieren! Doch gerade darin liegt die Tücke. Oftmals schlagen Paare, die stets in emotionalem Einklang nebeneinander hergegangen sind, völlig unerwartet unterschiedliche Wege ein. Aus Nähe wird dann Distanz, aus Glückseligkeit Zweifel, aus Harmonie Spannung. Nicht selten entwickelt sich daraus ein stiller Graben zwischen den einstigen Herzensmenschen. Die Protagonistin und der Protagonist hier bemühen sich auf verschiedenste Weise, ihn zu überwinden. Mit großem Feingefühl zeichnet Gisa Klöne die innerseelischen Verschiebungen einer langjährigen Beziehung nach und zeigt, wie Gefühle neu verhandelt werden können.

Fazit: Ein Roman, der leise, aber eindringlich von den Brüchen erzählt, die aufreißen, wenn Lebensentwürfe ins Wanken geraten!

Über die Autorin:

Gisa Klönne, Jahrgang 1964, lebt als Schriftstellerin, Schreibcoach und Yogalehrerin in Köln. Bekannt wurde sie mit ihren Kriminalromanen um die eigenwillige Kommissarin Judith Krieger. Die Reihe wurde in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Ihr autobiografisch inspirierter Familienroman „Das Lied der Stare nach dem Frost“ war ein „Spiegel“-Bestseller.