„Die Hebamme von Auschwitz“ von Anna Stuart, Piper Verlag: Einen Roman über Konzentrationslager zu verfassen, gehört sicher zu einer der schwersten Aufgaben für Autorinnen und Autoren. Das erfordert Empathie, aber auch eine große Portion Courage. „Als ich las, dass in einem Todeslager mehr als dreitausend Kinder zur Welt gekommen sind, wusste ich, dass ich diese Geschichte erzählen muss“, erinnert sich Stuart. „Es war nicht leicht, dieses Buch zu schreiben. Das Thema ist definitiv erschütternd; aber meine Recherchen führten mich zu inspirierenden Geschichten von Mut und Verbundenheit, die den Menschen im Sumpf von Auschwitz-Birkenau ein wenig Licht spendeten.“
Einfülsam und berührend
Mit viel Feingefühl hat sie diese anspruchsvolle Aufgabe umgesetzt und eine Story zu Papier gebracht, die zutiefst berührt. Sie erzählt von unbeschreiblichem Grauen, von Verbrechen, die den Verstand sprengen, von Menschen, die zu Bestien mutierten, aber auch von Hoffnung, von Tapferkeit und von einer schier unglaublichen Leidenschaft fürs Leben.
Fazit: Eine wichtige Lektüre!
Klappentext:
Lodz, 1939: Die deutsche Besetzung Polens verändert alles, auch für die Hebamme Ana Kaminski und die jüdische Krankenschwester Ester Pasternak. Beide kämpfen um das Überleben ihrer Familien. Als sie schließlich nach Auschwitz deportiert werden, müssen sie sich einer grausamen Realität stellen: Neugeborene sollen getötet oder für das Lebensborn-Programm der SS verschleppt werden. Doch Ana und Ester leisten Widerstand. Heimlich tätowieren sie Babys mit den Häftlingsnummern ihrer Mütter, um ihre Identität zu bewahren – ein gefährlicher Akt der Hoffnung und Menschlichkeit inmitten des Grauens.
Dieser Roman beruht auf der wahren Geschichte der polnischen Hebamme Stanisława Leszczyńska (1896–1974). Sie begleitete im KZ Auschwitz über 3.000 Geburten, und trotz der schrecklichen Bedingungen starben unter ihrer Betreuung weder Mütter noch Kinder während der Geburt. Ihr Mut, sich gegen unmenschliche Befehle zu stellen, rettete Leben und inspiriert noch immer. Nach dem Krieg berichtete Stanisława Leszczyńska über ihre Erlebnisse und gilt heute als Symbol für Mitmenschlichkeit, Mut und Zivilcourage in einer Zeit größter Unmenschlichkeit.



