Die Aufsteiger

10. November 2025 – „Die Aufsteiger“ von Christina Strunck, Rowohlt Verlag: Wie verstrickt war der deutsche Mittelstand in das NS-Regime? Die Autorin nähert sich dieser Frage nicht abstrakt, sondern persönlich. Und gerade darin liegt die Stärke ihres Buches. Mit klarem, unaufgeregtem Stil und scharfem Gespür für historische Zusammenhänge erzählt sie von Verdrängung und dem langen Schatten einer familiären Vergangenheit.

Ihre Sprache ist präzise und zugleich von leiser Dringlichkeit. Ohne Anklage, aber mit unbeirrbarer Konsequenz beleuchtet sie das dunkelste Kapitel deutscher Vergangenheit aus einem ungewohnten Blickwinkel. Ihre Fallstudie über das Unternehmens ihres Urgroßvaters leistet somit einen wichtigen Beitrag zu Erinnerung und Verantwortung.

Klappentext:

Ein Selfmademan aus der Provinz sieht das NS-Regime als Weg zum Erfolg. Eine Zementwarenfabrik, ein Weingut sind im Besitz der Familie. Schon bald beteiligt sich das Familienunternehmen am Bau des Westwalls und errichtet auf dem Firmengelände ein Lager für Zwangsarbeiter, während das Weingut die Wachmannschaften des KZ Sachsenhausen mit rheinhessischem Wein beliefert: Geschäfte, die nur möglich sind durch enge persönliche Verbindungen und Seilschaften, vor Ort und bis in die NS-Führungsriege. In diesem System werden die fünf Kinder des Patriarchen auf ihre je eigene Art zu Tätern und zu Opfern.

Über die Autorin:

Dr. Christina Strunck, Jahrgang 1970, ist Professorin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und leitet dort das Institut für Kunstgeschichte. Ihre Dissertation über den Bildhauer und Architekten Gianlorenzo Bernini wurde 2002 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet.

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