Der andere Arthur

„Der andere Arthur“ von Liz Moore, C. H. Beck Verlag: Der Lebenshorizont schimmert in blassen, tristen Farben. Für die Protagonisten dieses Romans erscheinen die Zukunftsaussichten ebenso trüb. Ihr Schicksal wirkt wie von einer undurchdringlichen Dunkelheit umhüllt. Sie erstickt beide in desolater Stille – bis es zur Wende kommt …

Das Aufbegehren zweier Verzweifelter gegen das vermeintlich Unabänderliche, diese Umkehr, die die Autorin schildert, ist jedoch kein lautes Aufbäumen, sondern ähnelt vielmehr einem zaghaften Erwachen. Die Leserinnen und Leser können dieser innerseelischen Entwicklung Schritt für Schritt folgen und sich genau in sie hineinversetzen. Das ist dem behutsamen Stils Moores zu verdanken, der sich nicht aufdrängt, sondern Raum für Reflexion und persönliche Interpretation lässt.

Fazit: Eine berührende Geschichte über das menschliche Bedürfnis nach Nähe, Wärme und Liebe!

Klappentext:

Arthur Opp, einst Literaturprofessor, wiegt mittlerweile 250 Kilo und hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der siebzehnjährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch etwas Entscheidendes teilen: ihre Einsamkeit. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an ihn wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

Über die Autorin:

Liz Moore, Jahrgang 1983, arbeitete als Musikerin in New York, bevor sie damit begann, Romane zu schreiben, darunter „Long Bright River“, 2025 als Serie mit Amanda Seyfried in der Hauptrolle ausgestrahlt, und ihr internationaler Bestseller „Der Gott des Waldes“, gefeiert unter anderem von Barack Obama und Stephen King. Liz Moore lebt mit ihrer Familie in Philadelphia.