Biarritz

„Biarritz“ von Andrea Sawatzki, Piper Verlag: „Ich hatte nie die Absicht, einen Mutter-Tochter-Roman zu schreiben. Die Problematik dieser Beziehung in meinem besonderen Fall war mir immer zu nah, ist es eigentlich immer noch, um darüber schreiben zu wollen oder zu können“, sagt die Autorin und hat es dann doch gewagt: dem Unausgesprochen mit einem atmosphärisch dichten Buch eine Stimme zu geben.

Nuanciertes Porträt mit emotionalen Spannungsfeldern

Einfühlsam geht sie darin auf eine äußerst diffizile Bindung ein, zeichnet ein feines, nuanciertes Porträt, das mal mit und mal ohne Schuldzuweisungen auskommt. Nichts wird beschönigt und ist somit sehr authentisch. Seite für Seite beleuchtet Sawatzki emotionale Spannungsfelder, das Schweigen, das Verdrängen. Sie schafft aber auch zarte Momente von Nähe und Verständnis, die umso kostbarer erscheinen im Schatten all dessen, was lange ungesagt geblieben ist.

Klappentext:

Seit Jahren lebt Emmi im Altersheim. Längst hat sie zu sprechen aufgehört – und kommuniziert nur noch mit ihrer Freundin Marianne, ebenfalls Bewohnerin des Heims. Ihre Tochter Hanna scheint Emmi dagegen kaum wahrzunehmen, vielleicht lehnt sie sie sogar ab, das ist nicht so genau zu sagen. Liegt es an mangelnder Zuwendung der Tochter, sind es die unentwirrbaren Verstrickungen aus Schmerz und Schuld? In einem Akt der beiderseitigen Erlösung beschließt Hanna, mit Marianne und ihrer Mutter einen letzten großen Ausflug zu machen.

Über die Autorin:

Andrea Sawatzki, Jahrgang 1963, gehört zu den bekanntesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schauspieler und Autor Christian Berkel, ihren gemeinsamen zwei Söhnen und ihrem Hund in Berlin.

Ein weiteres Lese-Highlight aus dem Piper Verlag: „Dunkelholz“ von Natalja Althauser

Klappentext:

Ein Rückzug in den Wald als Rückkehr ins Leben

Die Hütte bietet Lydia alles, was sie zum Leben braucht – und das ist weniger, als sie dachte. Denken muss sie vor allem an ihre Tochter Clara, zu der sie den Kontakt fast verloren hat, und an ihren Partner Markus, den sie zurückgelassen hat. Nun streift sie durch den Wald, sammelt Pilze, macht Holz und versorgt sich selbst. Die Besuche ihres Nachbarn bringen Abwechslung, eine unerwartete Nachricht ändert alles. Lydia muss einen Kampf aufnehmen, den sie schon verloren geglaubt hat, und entwickelt ungeahnte Kräfte. Ein Roman über eine ungewöhnliche Familie und die versöhnende Macht der Natur.

Ein Roman, der von der ersten, der einzigen bedingungslosen Liebe handelt: die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Und der Frage, wo sie endet.