Beklaute Frauen

„Beklaute Frauen“ von Leonie Schöler, Penguin Verlag: Sie sind vergessen, verdrängt, ausgelöscht. Ihre Namen stehen nicht in den Geschichtsbüchern. Sie kommen nicht in der Forschung oder im Kulturleben vor. Von den Schriftstellerinnen sahen sich viele sogar gezwungen, unter männlichen Pseudonymen zu veröffentlichen, um sich über diesen Umweg überhaupt Gehör verschaffen zu können. Der individuelle Erfolg blieb ihnen somit natürlich verwehrt.

Gegen die Ungerechtigkeit

In ihrem neuen Buch widmet sich die Historikerin Leonie Schöler genau dieser Ungerechtigkeit. Darin reist die Autorin durch die Vergangenheit und zeigt auf, wie bedeutende Errungenschaften ihrer Geschlechtsgenossinnen schamlos ausradiert wurden. Sie räumt dabei mit hartnäckigen Fehlannahmen auf und stellt ihnen belegbare Fakten entgegen: etwa der Irrglaube, bewaffneter Widerstand sei stets Männersache gewesen. Tatsächlich existierte etwa im Spanischen Bürgerkrieg eine feministische Kampftruppe mit zehntausend Anhängerinnen.

Auch der Blick noch weiter zurück offenbart Überraschendes. So gab es bei den Jägern und Sammlern keineswegs jene starren Geschlechterrollen, die lange Zeit als „natürlicher“ Ursprung heutiger Arbeitsteilung galt. Vieles von dem, was über Jahrhunderte als gegeben hingenommen wurde, erweist sich bei genauerem Hinsehen nämlich als reine Fehlinterpretation!

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