Der Architekt und sein Führer

„Der Architekt und sein Führer“ von Jean-Noël Orengo, Rowohlt Verlag: Albert Speer und seine Begegnung mit Adolf Hitler … es war wie „Liebe auf den ersten Blick“. Dieser Roman erzählt von dieser eigenwilligen Symbiose und offenbart einen ebenso klugen wie verstörenden Blick auf Speer, einen Selbstdarsteller par excellence.

Ohne sich in bloßen Fakten zu verlieren, legt Orengo die Mechanismen der Selbstinszenierung offen und zeigt, wie bereitwillig sich Gesellschaft und Öffentlichkeit blenden ließen. Sprachlich und sachlich präzise gibt der Autor Geschichte wieder. Dabei ist sein Text nicht nur historische Aufarbeitung, sondern auch ein literarisches Nachdenken über Schuld und Verantwortung.

Klappentext:

1945: Albert Speer, Hitlers Architekt und Rüstungsminister, vollbringt auf der Anklagebank in Nürnberg ein Kunststück, das ihm das Leben rettet: Er behauptet, nichts von der „Endlösung“ gewusst zu haben, erklärt sich „verantwortlich, aber nicht schuldig“ – und man glaubt ihm bereitwillig.

1969: Speer veröffentlicht seine Memoiren, die sofort zu einem Bestseller werden. Er blickt darin zurück, von seinen Inszenierungen der Reichsparteitage über die Planungen zur „Reichshauptstadt Germania“ bis zum Untergang Nazi-Deutschlands, und vollzieht eine schier unglaubliche Metamorphose, die seine zweite Karriere vorzeichnet: als Medienstar und Gewährsmann der deutschen Vergangenheitsbewältigung.